Der unfreiwilligste Spendenlauf Deutschlands
Der unfreiwilligste Spendenlauf Deutschlands

Vieles war dieses Jahr anders in Wunsiedel. Knapp unter 200 Neonazis hatten sich zum jährlichen Herbsttermin des Freien Netz Süd – jetzt Partei Der Dritte Weg – versammelt. Doch die Wunsiedler Bürger verwandelten den Trauermarsch mit Unterstützung in „den unfreiwilligsten Spendenlauf Deutschlands“, dessen Erlös an die Aussteigerhilfe Exit-Deutschland ging. Auch an der Strecke protestierten wieder mehr Menschen gegen das makabre Ritual der bayerischen Neonaziszene.

Wolfsgruß - Erkennungszeichen der Grauen Wölfe. Quelle: Youtube
Wolfsgruß - Erkennungszeichen der Grauen Wölfe. Quelle: Youtube

So richtig konnte sich dies wohl niemand vorstellen: Bereits für Sonntag, den 19. Oktober 2014, rief der Motorrad-Rockerclub „Turkos MC“, der sich maßgeblich aus Unterstützern der ultranationalistischen „Grauen Wölfe“ und des berüchtigten Rockerclubs „Hells Angels“ zusammensetzt zu einem Großaufmarsch in der bayerischen Landeshauptstadt auf.
Alleine auf der offiziellen Facebook-Seite zur Veranstaltung meldeten rasch ca. 1.000 Personen ihre Teilnahme an. Ganz so viele Demonstranten wurden es am Ende doch nicht. Dennoch verdient die Macht-Demonstration mit Motorrädern, „Wölfen“ und (türkischen) Nationalfahnen genauere Betrachtung: Sie war offen rechtsradikal.

Er ist ein vorbestrafter Schläger und „Stützpunktleiter Ostbayern“ für die Neonazi-Partei „Der dritte Weg“. Neuerdings gibt Walter Strohmeier sich aber als freier Journalist aus, um bei Behörden Informationen über Flüchtlingsunterkünfte abzugreifen. Auf Internetseiten, von denen sich ein Zusammenhang mit dem 27jährigen herstellen lässt, werden bereits seit geraumer Zeit Hetze und Halbwahrheiten verbreitet, um Vorurteile und Ängste zu schüren.

Bamberg -  Protest am Rande der rechten Demo
Bamberg - Protest am Rande der rechten Demo

Die mit Spannung erwartete Demonstration „BAMBERG WEHRT SICH – Asylmissbrauch? Nein Danke!“ in Bamberg entpuppte sich als Neonazi-Kundgebung mit überregionaler Mobilisierung, der um die 180 Sympathisanten folgten. Etwa 2.000 Menschen demonstrierten gegen den braunen Aufmarsch.

Bild aus glücklichen Tagen: Richter, Schüßler, Roßmüller beim Politischen Aschermittwoch (Montage)
Bild aus glücklichen Tagen: Richter, Schüßler, Roßmüller beim Politischen Aschermittwoch (Montage)

Die Meldung, dass sich der bayerische Landesvize Sascha Roßmüller in Untersuchungshaft befindet, hat erste Konsequenzen. Karl Richter gibt mit sofortiger Wirkung den Vorsitz der bayerischen NPD auf. Auch die Stellvertreterin und enge Vertraute Richters, Sigrid Schüßler, trat von ihrem Amt zurück.