Ex-Wehrsportchef Hoffmann tritt wieder auf

| von Rüdiger Löster

Karl-Heinz Hoffmann (73), der ehemalige Chef der Wehrsportgruppe Hoffmann, tritt wieder öffentlich auf. Bei einer rechtsextremen Veranstaltung in Sachsen will er zum Thema »Die WSG: Klischee und Wirklichkeit – Richtigstellung zeitgeschichtlicher Verfälschungen« sprechen.

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Aus dem Umfeld der von ihm 1973 gegründeten Wehrsportgruppe stammte Gundolf Köhler, der vor 30 Jahren das Attentat auf dem Münchner Oktoberfest verübte. Dabei starben 13 Menschen, über 200 wurden verletzt. Ein weiteres Mitglied der Wehrsportgruppe erschoss 1980 den jüdischen Verleger Shlomo Levin und dessen Lebensgefährtin in Erlangen. Bei allen Anschlägen, die von Mitgliedern der Wehrsportgruppe verübt wurden, ging die Staatsanwaltschaft von »Einzeltätern« aus.

Die Wehrsportgruppe, der im gesamten Bundesgebiet ca. 440 militante Rechtsextremisten angehörten, wurde am 30. Januar 1980 verboten. Bei den Durchsuchungen wurden zahlreiche Waffen wie Karabiner, Pistolen, Munition und Handgranaten beschlagnahmt. Hoffmann wurde 1981 festgenommen und u. a. wegen Freiheitsberaubung, gefährlicher Körperverletzung und Verstößen gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt.

Das »Hauptquartier« der Wehrsportgruppe war in Bayern im Schloss Ermreuth bei Neunkirchen am Brand.

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