Wunsiedel: Wir gedenken der Opfer und nicht der Täter!

| von Rüdiger Löster

Nazidemonstration im Juli in Wunsiedel
Nazidemonstration im Juli in Wunsiedel

Anscheinend versuchen das rechtsextreme „Freie Netz Süd“ und die NPD ihre Ankündigung nach der Auflösung des Heß-Grabes, regelmäßig in Wunsiedel Demonstrationen durchzuführen, wahr zu machen. Am 13. November, dem Volkstrauertag, wollen sie „den toten Kämpfern für Freiheit, Ehre und einem Vaterland, das Germanien oder Großdeutschland hieß und heißt“ gedenken. Bereits im Juli fand eine Demonstration unter dem Motto »Fremdarbeiterinvasion stoppen« statt, ein »Gedenkgottesdienst« im August für Rudolf Heß wurde verboten.

Unter dem Motto »Wir gedenken der Opfer und nicht der Täter!« ruft das Bündnis „Wunsiedel ist bunt“ zu einer Gegendemonstration ab 13.00 Uhr auf.

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Außerdem sind alle Mitbürger/innen zur Einweihung der beiden Informationstafeln über »Todesmärsche in Oberfranken« um 14:00 Uhr eingeladen: Auf dem Wunsiedler Friedhof sind seit dem 31. August 1945 dreißig jüdische KZ-Opfer beerdigt, die kurz vor Kriegsende im Zeitelmoos ermordet und dort verscharrt worden waren. Mit diesen Tafeln soll ein Beitrag dazu geleistet werden, dass das Schicksal dieser Menschen nicht in Vergessenheit gerät, dass aber auch darauf hingewiesen wird, wer verantwortlich dafür war.

Die Tafeln wurden in enger Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Flossenbürg und der Verwaltung Staatliche Schlösser und Seen, München, erarbeitet. Sie werden vor der Friedhofsmauer an der Egerstraße aufgestellt. Von dort führt ein Weg durch den Seiteneingang direkt zum Grab der 30 KZ-Opfer.

Ablauf:
• Begrüßung durch Bürgermeister Karl-Willi Beck
• Ansprache von Karl Freller, Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten
• Ansprache Karl Rost
• Musikalische Umrahmung durch Frau Marina Rusch, Violine