München: CSU-Mann referiert bei NPD-Veranstaltung

| von Marc Brandstetter

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In der CSU droht Streit. Während die Parteiführung gegenüber der NPD eine harte Linie fahren möchte, haben einige Basis-Aktivisten Schwierigkeiten mit der Abgrenzung zum rechten Rand. In München referierte ein Parteigänger bei der NPD.

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Die CSU sieht sich selbst als Vorkämpfer gegen den politischen Extremismus, egal ob rechts oder links. So fordert ihr Gernalsekretär Alexander Dobrindt ein Verbotsverfahren gegen die NPD und gegen die LINKE. Im Münchner Stadtrat hatte sich die CSU-Fraktion erst kürzlich für ein Verbot der NPD-Tarnorganisation „Bürgerinitiative Ausländerstop“ eingesetzt.

Doch die offizielle Linie der Parteiführung wird immer wieder von der eigenen Basis torpediert. Offenbar haben einige Mitglieder Schwierigkeiten, sich vom rechten Rand abzugrenzen. In München hat nun eine CSU-Mitglied aus der zweiten Reihe auf einem Treffen der rechtsextremistischen NPD einen Vortrag gehalten. Detlev Baasch sprach zur „Geschichte der Treuhand in Mitteldeutschland nach 1990“.

Gegenüber der Süddeutschen Zeitung räumte der Vorsitzende der Münchner Vereinigung alter Burschenschafter, einem Club „Alter Herren“, die Vorwürfe ein. Politisch habe er sich jedoch nicht geäußert, sagte er: „Ich habe noch ein Bier getrunken und bin dann gegangen.“

Natürlich musste die CSU-Parteiführung umgehend reagieren. In einem Brief wird Baasch aufgefordert, Stellung zu beziehen und seine Parteimitgliedschaft zu beenden. Sonst drohe ein Parteiausschlussverfahren.

Baasch hält im Übrigen die Verbotsforderungen seiner Parteichefs für überzogen. Er meint, man müsse „solche Leute“ überzeugen. Wie er auf die Forderungen reagierte, sein CSU-Parteibuch niederzulegen, ist nicht bekannt.