Nachrichten aus Niederbayern

Er ist ein vorbestrafter Schläger und „Stützpunktleiter Ostbayern“ für die Neonazi-Partei „Der dritte Weg“. Neuerdings gibt Walter Strohmeier sich aber als freier Journalist aus, um bei Behörden Informationen über Flüchtlingsunterkünfte abzugreifen. Auf Internetseiten, von denen sich ein Zusammenhang mit dem 27jährigen herstellen lässt, werden bereits seit geraumer Zeit Hetze und Halbwahrheiten verbreitet, um Vorurteile und Ängste zu schüren.

Sascha Roßmüller beim Sommerfest der NPD. Gibt der Ballon die Richtung vor?
Sascha Roßmüller beim Sommerfest der NPD. Gibt der Ballon die Richtung vor?

Eigentlich will er in ein paar Wochen wieder stellvertretender Vorsitzender der NPD im Bund werden. Nach einer Razzia der Polizei, die sich gegen das Rockermilieu richtete, sitzt Sascha Roßmüller nun in Untersuchungshaft. Es geht um einen Vorfall , der ihn auch schon seine Bewachungserlaubnis gekostet hatte.

"gegen deutsche Nationalisten". Screenshot: FB-Seite Der Dritte Weg
"gegen deutsche Nationalisten". Screenshot: FB-Seite Der Dritte Weg

Um die 25 Rechtsextremisten folgten einem Aufruf der Partei Der Dritte Weg, am vergangenen Samstag im niederbayerischen Deggendorf „gegen Repression“ auf die Straßen zu gehen. Etwa 90 Minuten ging es um neonazistische »Märtyrer« und das Verbot des Freien Netz Süd. Auch in Göppingen in Baden-Württemberg fand zu diesem Thema eine Kundgebung statt. Dort wurde sie allerdings gegenüber der Öffentlichkeit verschwiegen.

Demo 2012 Burghausen: Martin Wiese (2. v.l.) noch mittendrin
Demo 2012 Burghausen: Martin Wiese (2. v.l.) noch mittendrin

15 Monate beträgt die Strafe, die Martin Wiese nun absitzen muss. Er hatte bei dem sogenannten Frankentag anwesende Journalisten mit dem Tode bedroht. Die Sicherheitsbehörden vermuten nur eine geringe Auswirkung auf die Aktivitäten der bayerischen Neonazi-Szene durch den Haftantritt.

T-Shirt der Partei "Der Dritte Weg"
T-Shirt der Partei "Der Dritte Weg"

Die Umstrukturierung der bayerischen Neonazi-Szene geht weiter. Nun stellte man auch in Niederbayern das „Infoportal“ ein, um sich der neuen Partei „Der Dritte Weg“ zu widmen. Im Fahrwasser des Internetseite des Freien Netz Süd (FNS) waren bereits weitere regionale Seiten vom Netz gegangen bzw. wurde das publizistische Ende verkündet.