Rechtsextremismus

Gedenkfeier Oktoberfestattentat
Gedenkfeier Oktoberfestattentat

34 Jahre nach dem schwersten Bombenanschlag in der Geschichte der Bundesrepublik nehmen die deutschen Behörden die Ermittlungen wieder auf. Bisher galt der rechtsextreme Student Gundolf Köhler als Einzeltäter. Auslöser der neuen Entwicklung soll eine neue Zeugin sein.

Wolfsgruß - Erkennungszeichen der Grauen Wölfe. Quelle: Youtube
Wolfsgruß - Erkennungszeichen der Grauen Wölfe. Quelle: Youtube

So richtig konnte sich dies wohl niemand vorstellen: Bereits für Sonntag, den 19. Oktober 2014, rief der Motorrad-Rockerclub „Turkos MC“, der sich maßgeblich aus Unterstützern der ultranationalistischen „Grauen Wölfe“ und des berüchtigten Rockerclubs „Hells Angels“ zusammensetzt zu einem Großaufmarsch in der bayerischen Landeshauptstadt auf.
Alleine auf der offiziellen Facebook-Seite zur Veranstaltung meldeten rasch ca. 1.000 Personen ihre Teilnahme an. Ganz so viele Demonstranten wurden es am Ende doch nicht. Dennoch verdient die Macht-Demonstration mit Motorrädern, „Wölfen“ und (türkischen) Nationalfahnen genauere Betrachtung: Sie war offen rechtsradikal.

Bild aus glücklichen Tagen: Richter, Schüßler, Roßmüller beim Politischen Aschermittwoch (Montage)
Bild aus glücklichen Tagen: Richter, Schüßler, Roßmüller beim Politischen Aschermittwoch (Montage)

Die Meldung, dass sich der bayerische Landesvize Sascha Roßmüller in Untersuchungshaft befindet, hat erste Konsequenzen. Karl Richter gibt mit sofortiger Wirkung den Vorsitz der bayerischen NPD auf. Auch die Stellvertreterin und enge Vertraute Richters, Sigrid Schüßler, trat von ihrem Amt zurück.

Über das Verbot des Kameradschaftsnetzwerkes Freies Netz Süd wird vor Gericht entschieden. Das ist nun sicher. Bei den zuständigen Verwaltungsgerichten sind entsprechende Klagen eingegangen. Die Neonazis bitten derweil um Spenden.

Vor zwei Wochen hat der bayerische Innenminister das neonazistische Kameradschaftsnetzwerk Freies Netz Süd (FNS) verboten. Er stützt das Verbot auch auf die Wesensverwandtschaft der Organisation mit dem historischen Nationalsozialismus. Das verwundert nicht, wenn man bedenkt, wie offen sich die Akteure bildlich und sprachlich bei den Nazis bedienten und dem Dritten Reich huldigten. In der Partei „Der Dritte Weg“ führen sie das nahtlos fort. Eine Zusammenstellung ohne Anspruch auf Vollständigkeit.