Rechtsextremismus

Bild aus glücklichen Tagen: Richter, Schüßler, Roßmüller beim Politischen Aschermittwoch (Montage)
Bild aus glücklichen Tagen: Richter, Schüßler, Roßmüller beim Politischen Aschermittwoch (Montage)

Die Meldung, dass sich der bayerische Landesvize Sascha Roßmüller in Untersuchungshaft befindet, hat erste Konsequenzen. Karl Richter gibt mit sofortiger Wirkung den Vorsitz der bayerischen NPD auf. Auch die Stellvertreterin und enge Vertraute Richters, Sigrid Schüßler, trat von ihrem Amt zurück.

Über das Verbot des Kameradschaftsnetzwerkes Freies Netz Süd wird vor Gericht entschieden. Das ist nun sicher. Bei den zuständigen Verwaltungsgerichten sind entsprechende Klagen eingegangen. Die Neonazis bitten derweil um Spenden.

Vor zwei Wochen hat der bayerische Innenminister das neonazistische Kameradschaftsnetzwerk Freies Netz Süd (FNS) verboten. Er stützt das Verbot auch auf die Wesensverwandtschaft der Organisation mit dem historischen Nationalsozialismus. Das verwundert nicht, wenn man bedenkt, wie offen sich die Akteure bildlich und sprachlich bei den Nazis bedienten und dem Dritten Reich huldigten. In der Partei „Der Dritte Weg“ führen sie das nahtlos fort. Eine Zusammenstellung ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Gemeinsam beim tddz in Dresden: Karl Richter und Uwe Meenen - Fotomontage
Gemeinsam beim tddz in Dresden: Karl Richter und Uwe Meenen - Fotomontage

Gestern stellte der frischgebackene NPD-Abgeordnete im Europaparlament, Udo Voigt, seinen zukünftigen Mitarbeiterstab vor. Mit dem bayerischen Landesvorsitzenden Karl Richter holte sich der frühere Bundesvorsitzende einen ständigen parteiinternen Unruheherd ins Boot. Olaf Rose, Kandidat auf Listenplatz zwei, blieb hingegen außen vor – wie alle Kader aus den NPD-„Hochburgen“ Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern.

Wartende Neonazis in der August-Bebel-Straße
Wartende Neonazis in der August-Bebel-Straße

Passend zur ersten Rede öffneten sich am Himmel über der sächsischen Stadt Plauen im Vogtland die Schleusen und durchnässten den gesamten Demonstrationszug. Allerdings konnten die Organisatoren aus den Reihen des „Freien Netz Süd“ mit etwa 600 Teilnehmenden den Zulauf wieder deutlich steigern. Eine Blockade sorgte für längeren Stillstand und eine kürzere Route.