Nachrichten aus Schwaben

Screenshot aus dem Video "Die Unsterblichen"
Screenshot aus dem Video "Die Unsterblichen"

Die wahrscheinlich von Neonazis aus Brandenburg entwickelte Aktionsform »Die Unsterblichen« findet nun auch unter bayerischen Rechtsextremisten verstärkt Zuspruch und Nachahmung. In Schwaben häuften sich in letzter Zeit nächtliche Plakatierungen. In Niederbayern fanden erste Aktionen in der typischen Verkleidung statt.

Etwa 400 Personen haben sich am Samstag, den 19.3.2011 an einer Kundgebung der VHS Günzburg auf dem Schlossplatz beteiligt, um damit gegen eine unweit davon im Forum am Hofgarten stattfindende Veranstaltung des NPD-Bezirks Schwaben zu protestieren. Im Anschluss bildeten die TeilnehmerInnen eine Menschenkette durch die historische Altstadt. 2008 hatte sich die NPD für den damaligen „Bayerntag“ das Forum gerichtlich erstritten. 2011 verzichtete die Stadt „wegen unveränderter Rechtslage“ auf den Klageweg und konzentrierte sich auf die eigene Gegenkundgebung.

Mit großem Wirbel verkündete die NPD im letzten Jahr, sie habe ein Bürgerbüro in unmittelbarer Nähe des Bert-Brecht-Geburtshauses angemietet. Wenn auch nie ein »Bürger-«Büro in der offensichtlich an die NPD untervermieteten Wohnung eingerichtet wurde, fanden lt. Zeugenaussagen regelmäßig Treffen der Nazis in dieser Wohnung statt. Damit ist nun – wie aus der Erklärung der Initiative »Brecht gegen Faschismus« hervorgeht, endgültig Schluss.

Wie schon 2010 veranstalteten die Jusos Augsburg erfolgreich eine „Anti-Nazi-Woche“. Den Auftakt der insgesamt drei Veranstaltungen machte am 21. Februar ein Vortrag zum Thema „Türkischer Rechtsextremismus“. Der Referent Daniel Bax, Redaktionsmitglied der Tageszeitung „taz“, erklärte den ca. 30 TeilnehmerInnen die Ursprünge der rechtsextremen Organisation „Grauen Wölfe“ und deren Einfluss sowie Aktionsradius in der internationalen rechten Szene. Im Anschluss an den Vortrag schloss sich eine rege Diskussion an.