Karl Richter (vorne links)  und Patrick Schröder.  Zwei NPDler, die nicht vom Hitlergruß lassen konnten. Foto: Demonstration Bamberg
Karl Richter (vorne links) und Patrick Schröder. Zwei NPDler, die nicht vom Hitlergruß lassen konnten. Foto: Demonstration Bamberg

Patrick Schröder hat es erwischt. Der bayerische NPD-Funktionär, der sich gerne als das jung-trendige Gesicht einer rückwärtsgewandten Bewegung inszeniert, muss eine Geldstrafe von 3.150 Euro zahlen. Das Amtsgericht Weiden befand Schröder schuldig, in einer Sendung seines Internet-Streams den verbotenen Hitlergruß gezeigt zu haben. Auf seinem Facebook-Profil kündigte er derweil an, den „Staat für diesen und andere Fälle der Gesinnungsjustiz 2015 zum `Tag der Abrechnung´ zu laden“.

Franz Salzberger, neuer bayerischer Landesvorsitzender der NPD (Foto: Thomas Witzgall)
Franz Salzberger, neuer bayerischer Landesvorsitzender der NPD (Foto: Thomas Witzgall)

Der bayerische Landeschef und seine Stellvertreterin warfen bereits das Handtuch, ein weitere Vize sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Um den größten NPD-Landesverband ist es alles andere als gut bestellt. Nun wurde ein Parteimitglied reaktiviert, dass das Runder rumreißen soll.

Karl Richter, NPD (Foto: R. Löster)
Karl Richter, NPD (Foto: R. Löster)

Das soziale Netzwerk Facebook legt Münchens umtriebigen Neonazi und Stadtrat Karl Richter wohl Zügel an. Laut einem Beitrag, den unter anderem seine enge Vertraute Sigrid Schüßler teilt, sollen er sowie alle Administratoren der Seite der Bürgerinitiative Ausländerstopp München für 30 Tage gesperrt worden sein. Trotz Räumung des Protestcamps Münchner Flüchtlinge am Sendlinger Tor wird weiter zur Kundgebung am Freitag aufgerufen.

Der unfreiwilligste Spendenlauf Deutschlands
Der unfreiwilligste Spendenlauf Deutschlands

Vieles war dieses Jahr anders in Wunsiedel. Knapp unter 200 Neonazis hatten sich zum jährlichen Herbsttermin des Freien Netz Süd – jetzt Partei Der Dritte Weg – versammelt. Doch die Wunsiedler Bürger verwandelten den Trauermarsch mit Unterstützung in „den unfreiwilligsten Spendenlauf Deutschlands“, dessen Erlös an die Aussteigerhilfe Exit-Deutschland ging. Auch an der Strecke protestierten wieder mehr Menschen gegen das makabre Ritual der bayerischen Neonaziszene.

Wolfsgruß - Erkennungszeichen der Grauen Wölfe. Quelle: Youtube
Wolfsgruß - Erkennungszeichen der Grauen Wölfe. Quelle: Youtube

So richtig konnte sich dies wohl niemand vorstellen: Bereits für Sonntag, den 19. Oktober 2014, rief der Motorrad-Rockerclub „Turkos MC“, der sich maßgeblich aus Unterstützern der ultranationalistischen „Grauen Wölfe“ und des berüchtigten Rockerclubs „Hells Angels“ zusammensetzt zu einem Großaufmarsch in der bayerischen Landeshauptstadt auf.
Alleine auf der offiziellen Facebook-Seite zur Veranstaltung meldeten rasch ca. 1.000 Personen ihre Teilnahme an. Ganz so viele Demonstranten wurden es am Ende doch nicht. Dennoch verdient die Macht-Demonstration mit Motorrädern, „Wölfen“ und (türkischen) Nationalfahnen genauere Betrachtung: Sie war offen rechtsradikal.