Aktivitäten der rechten Szene in Unterfranken

Parteien

Bezirksvorsitzender der NPD in Unterfranken war lange Zeit Matthias Bauerfeind, der jetzt im Umfeld des Freien Netz Süd aktiv ist. Neuer Vorsitzender ist Ralf Mynter.
Bei der Bundestagswahl am 27. September 2009 erzielte die NPD in Unterfranken 1,2 % und damit ein Ergebnis, unter dem Landesdurchschnitt der NPD von 1,3 %.
Bei der Landtagswahl am 28. September 2008 erhielt die NPD in Unterfranken 1,0 %. Das beste Ergebnis für die Partei in Unterfranken erzielte der damalige Bezirksvorsitzende Uwe Meenen im Stimmkreis Haßberge-Rhön-Grabfeld mit 1,8 %.
In Schweinfurt fand 2010 eine rechtsextremistische Demonstration anlässlich der 1. Mai statt.

Kameradschaften

Kameradschaft Main Spessart

Die Nazi- Gruppierung wurde 2006 gegründet. Eine politische Neuausrichtung der Kameradschaft erfolgte, nachdem ihr Funktionär Matthias Bauerfeind im Anschluss an den NPD-Landesparteitag 2008 aus der NPD austrat. Die Gruppe schloss sich dem Netzwerk „Freies Netz Süd“ an.

Autonome Nationalisten Aschaffenburg/Miltenberg“

Über eine Flugblattaktion hinaus sind keine weiteren Aktivitäten der „Autonomen Nationalisten“ bekannt.

Personen

Matthias Bauerfeind

Matthias Bauernfeind ist die Führungsfigur der „Kameradschaft Main-Spessart“ und bundesweit in der rechtsextremistischen Szene aktiv. Seit Oktober 2010 war er bis zu seinem Parteiaustritt Mai 2012 NPD-Bezirksvorsitzender von Unterfranken.

Uwe Meenen

Funktionär der NPD und Mitbegründer des »Deutschen Kollegs“.
Uwe Meenen begann seine politische Karriere bei der NPD-Jugendorganisation und der Jugendorganisation der „Republikaner“. Er war u. a. Vorsitzender des NPD-Bezirksverbandes Unterfranken. Inzwischen war er auch Vorsitzender des Berliner NPD-Landesverbands (seit Februar 2012 nur noch stv. Vorsitzender) und Mitglied des Parteivorstandes der NPD.
Er gründete den »Bund Frankenland«. Dieser Verein organisiert inzwischen – gemeinsam mit NPD und Freies Netz Süd – in der Tradition der Frankentage von Julius Streicher den jährlich stattfindenden „Frankentag“ in der Nähe von Obertrubach in der Fränkischen Schweiz.
Seit dem Jahr 2001 tritt Meenen oft auch als interessierter Käufer für Immobilien auf.

Sigrid Schüßler alias Hexe Ragna, Falko Schüßler

Ring Nationaler Frauen RNF. Seit 2008 Mitglied des bayerischen Landesvorstandes der NPD.
Sigrid Schüßler aus dem unterfränkischen Karlstein entspricht nicht dem Bild des dumpfen, ungebildeten Neonazis: Fließend spricht sie mehrere Fremdsprachen, beherrscht verschiedene Musikinstrumente und erwarb 1995 ihr Diplom als Schauspielerin. Nach mehreren Engagements an großen Theaterbühnen macht sie sich 2004 mit ihrem eigenen Theater „Hollerbusch“ selbständig und erhielt 2005 dafür den Aschaffenburger Existenzgründerpreis. Was der Jury nicht bekannt war: Seit 2004 tourt Sigrid Schüßler als »Hexe Ragna« nicht nur durch verschiedene Grundschulen und Kindergärten, sondern tritt auch im Kinderprogramm von NPD-Veranstaltungen auf. Ihr »Theater Hollerbusch« wird Veranstaltungen des Kreisjugendamtes Aschaffenburg und in mehrere Kindergärten eingeladen. Die dreifache Mutter ist verheiratet mit dem vorbestraften Falko Schüßler. Er war Funktionär der inzwischen verbotenen „Freiheitlichen Arbeiterpartei“ FAP sowie der ebenfalls verbotenen Wiking-Jugend. Und er betreibt die Werbeagentur „Propagandakompanie“. Der NPD-Unterstützer ist führendes Mitglied der Kameradschaft Widerstand Aschaffenburg. Im September 2003 stieß die Polizei bei einer Razzia in einem paramilitärischen Zeltlager der Kameradschaft auf verbotene Waffen und Sprengstoff. Derzeit zeichnet Falko Schüßler verantwortlich für die Internetseite der NPD Aschaffenburg/Miltenberg.
Zusammen mit der Sozialarbeiterin Iris Niemeyer gründete Sigrid Schüßler »Jeanne D.« – eine »Selbsthilfegruppe für politisch verfolgte Frauen in Zeiten der BRD«. Zweck der Organisation ist die Vernetzung rechtsextremer Frauen, die wegen ihrer rechtsextremen Aktivitäten ihren Arbeitsplatz verloren haben.
2013 kandidierte Schüßler auf der Liste der NPD für den Bundestag. Sie wurde zwar auch als »Spitzenkandidatin zur Landtagswahl« beworben, stand aber auf keinem Stimmzettel, da die NPD Unterfranken nicht die nötige Zahl an Unterstützunterschriften beibringen konnte.

aktualisiert September 2013