Schlagwort: Freies Netz Süd

Neue Nazi-Partei: "Der Dritte Weg"
Neue Nazi-Partei: "Der Dritte Weg"

Die Demonstration in Wunsiedel, von der Szene „Heldengedenken“ genannt, brachte eine weitere Entwicklung ans Tageslicht. Das Freie Netz Süd (FNS) bekannte sich zum wahrscheinlich ersten Mal im „real life“ zur neonazistischen Kleinstpartei „Der Dritte Weg“. Die Führungsfiguren könnten damit schon die Plattform für die Zeit nach einem eventuellen Verbot des FNS gefunden haben.

Neonazis vor Protestschildern der Bevölkerung
Neonazis vor Protestschildern der Bevölkerung

Etwa 220 Neonazis demonstrierten am Samstag, den 16.11.2013 durch die oberfränkische Stadt Wunsiedel. Anlass war ein sogenanntes Heldengedenken. In dem kürzlich verstorbenen Kriegsverbrecher Erich Priebke fand die Szene eine Figur, auf die sich zahlreiche Aspekte des üblichen Heß-Gedenkens übertragen ließen. Ein direkter Bezug auf den „Stellvertreter Hitlers“ war laut Auflagenbescheid ausgeschlossen.

Screenshot:: FNS-Transparent bei den Angriffen in Aachen
Screenshot:: FNS-Transparent bei den Angriffen in Aachen

In Aachen haben am vergangenen Samstag 15 Neonazis eine Demonstration der Linksjugend angegriffen, die den unzähligen, auf tragische Weise verstorbenen Flüchtlingen von Lampedusa gewidmet war. Die Polizei Aachen nahm fünf rechtsextreme Personen, davon vier „aus dem süddeutschen Raum“ in Gewahrsam. Es handelt sich Insiderinformationen zufolge bei den Angreifern um die Bewohner der Nazi-WG in Obermenzing und deren Umfeld aus Berchtesgaden, Freilassing und dem benachbarten Österreich.

25 Nazis des FNS demonstrierten in Fürth
25 Nazis des FNS demonstrierten in Fürth

Spontan haben am Samstagabend in Fürth rund 25 Neonazis mit einer Demonstration ihre Solidarität mit der neofaschistischen „Goldenen Morgenröte“ aus Griechenland zum Ausdruck gebracht. Obwohl die rechte Demonstration erst eine Stunde vor Beginn bekannt geworden ist, fanden sich kurzfristig über 150 Gegendemonstrant/innen ein.

links: Stürzenberger, rechts: überwachter Eingang "Braunes Haus"
links: Stürzenberger, rechts: überwachter Eingang "Braunes Haus"

In der Münchner Neonaziszene tummeln sich verurteilte Terroristen, mutmaßliche Unterstützer des NSU und anderer rechtsterroristischer Organisationen. Erst vor Kurzem richtete sich eine noch immer ungeklärte Serie von kleineren, aber durchaus brisanten Anschlägen gegen Menschen, die sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen. Doch zwei verdrehte Randnotizen, die die Szene – mehr oder weniger geschickt – zu Staatsakten stilisiert hat, sollen das Bild wieder zurechtrücken: „Gewaltbereite Muslime und Linksextremisten“ vereint mit „dem Staat“ gegen die geborenen Opfer von Rechtsaußen.