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Schwabmünchen: Protest gegen die Nazikundgebung
Schwabmünchen: Protest gegen die Nazikundgebung

Wie bereits im letzten Jahr organisierten die Nazis des „Freien Netz Süd“ eine Mobilisierungskampagne für ihre geplante 1.-Mai-Demonstration, die in diesem Jahr in Würzburg stattfinden soll. Während sie 2012 eine Tour durch Ostbayern organisierten, die in Hof endete, fanden dieses Mal am 30. März zwei Serien von Kundgebungen statt: einmal in Oberbayern sowie Schwaben und eine Tour in Franken.
Überall trafen die Nazis auf Widerstand, zahlreiche Menschen gingen gegen die braune Propaganda auf die Straße, teilweise fanden erfolgreiche Blockaden der Naziaufmärsche statt.
Hier unser Bericht aus Schwabmünchen, Augsburg und München:

Roy Asmuß, Martin Wiese und Roland Wuttke, FNS
Roy Asmuß, Martin Wiese und Roland Wuttke, FNS

Am Samstag, den 11.08.2012, hielten Neonazis aus Ober- und Niederbayern eine Kundgebung in Burghausen, Landkreis Altötting nahe der österreichischen Grenze ab. Kernthema war das bei Rechtsextremisten beliebte „Volkstod“-Thema. Entsprechend radikal und rassistisch waren die Reden gehalten. Etwa 300 Bürgerinnen und Bürger Burghausens, darunter Stadtoberhaupt Hans Steindl (SPD), protestierten lautstark, so dass außerhalb der Wiese, die den Neonazis aus den Reihen des Freien Netz Süd (FNS) als Kundgebungsort zugewiesen wurde, wenig von den Reden zu vernehmen war. Rechtsterrorist Martin Wiese gefiel sich währenddessen in der Rolle des Provokateurs.

Lautstark marschierten in der Nacht zum Dienstag mehrere Neonazis mit Fackeln und Fahnen durch die Straßen von Passau. Im Klostergarten legten sie an einer Parkbank einen mitgeführten Trauerkranz nieder. Der Versuch, diesen Kranz am Grab des verstorbenen Neonazis und ehemaligen Vorsitzenden der verbotenen »Freiheitlichen Arbeiter Partei (FAP)« Friedhelm Busse niederzulegen, wurde von der Polizei verhindert.
Und wie schon am Samstag in verschiedenen anderen Städten (wir berichteten) war dieser Aufmarsch den Behörden bekannt, die Öffentlichkeit wurde im Vorfeld nicht informiert.

Martin Wiese
Martin Wiese

Der vorbestrafte Neonazi Martin Wiese muss erneut ins Gefängnis. Wie verschiedene Medien berichten, verurteilte das Amtsgericht Gemünden den 36-Jährigen unter anderem wegen Volksverhetzung, Bedrohung und Tragen von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zu einem Jahr und neun Monaten Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Wieses Anwalt hat angekündigt, Rechtsmittel einzulegen.

Kundgebung des FNS in Burgkirchen
Kundgebung des FNS in Burgkirchen

Rund 20 Neonazis aus den Reihen der NPD, des „Freien Netz Süd“ (FNS) und des „Nationalen Bündnis Niederbayern“ (NBN) fanden sich am Samstag, den 28. April, zu einer von Martin Wiese angemeldeten Kundgebung im oberbayerischen Burgkirchen ein. Dagegen formierte sich breiter Widerstand: Über 150 Bürger protestieren unweit des Kundgebungsorts der Nazis gegen die rechte Veranstaltung.