Schlagwort: NPD

Screenshot Kaufmannsladen Storch Heinar. Der wusste es schon lange vor Karl Richter
Screenshot Kaufmannsladen Storch Heinar. Der wusste es schon lange vor Karl Richter

Die NPD hat es nicht leicht. Finanzprobleme, weil ihre Kader die Rechenschaftsberichte nicht korrekt ausfüllen können oder sich in Parteikassen bedienen. Ständig neue Verfahren gegen die „Macher“ sowie eine vorbestrafte mittlere Funktionärsebene. Dann der öffentlich ausgetragene Streit um die Ex-Pornodarstellerin Ina Groll, in dem sich exemplarisch die „alten“ Denkmuster der Neonazi-Ideologie zeigen: Wer „Rassenschande“ betreibt, muss bestraft werden. Bundesvize Karl Richter glaubt nun, einen weiteren Grund für die Erfolglosigkeit ausgemacht zu haben: Die Weigerung von Teilen des „nationalen Widerstandes“, eine Zahnbürste zu benutzen.

Demonstration in Scheinfeld
Demonstration in Scheinfeld

Am Ende stand die NPD doch als Verlierer da. Ihr Familienfest konnte sie abhalten, doch das wesentlich wichtigere Event, das im Anschluss geplante Rechtsrock-Konzert, für das auch die rechte Hooliganband Kategorie C angereist war, wurde abgesagt. Den Erfolg konnte sich buchstäblich jeder der etwa 2000 Gegendemonstranten auf die Fahne schreiben. Und auch der gehypte Neonazi Patrick Schröder hat seinen Teil dazu beigetragen. Die Gründe sind geradezu ein Plädoyer, solche Veranstaltungen nicht zu verschweigen.

Am 24.5., einen Tag vor den Europawahlen, begeht die NPD wieder ihren alljährlichen Bayerntag. Als Ort wurde die mittelfränkische Stadt Scheinfeld gewählt. Im Anschluss an das Fest lädt das Team des neonazistischen Internetzprojekts fsn-TV zum Rechtsrockkonzert in die Halle, die schon einmal für ein Konzert mit angeblich etwa 1.000 Besuchern diente.

Übersicht über die geplanten Gegenproteste.

Demonstrationszug durch Regensburg, Postkarte "Kein Platz für Nazis"
Demonstrationszug durch Regensburg, Postkarte "Kein Platz für Nazis"

Knapp 300 Menschen demonstrierten am Dienstag „gegen Naziterror, rassistische Zustände und den ‘Verfassungsschutz’“. Am Bahnhof traf man auf pöbelnde Neonazis. Darunter ein NPDler, der zuletzt bei einer „Mahnwache für den Frieden“ gesichtet wurde.

von Stefan Aigner, Regensburg Digital

Konkurrenten innerhalb der extremen Rechten. Norman Bordin (links) und Philipp Hasselbach (Mitte) 2005 in Regensburg
Konkurrenten innerhalb der extremen Rechten. Norman Bordin (links) und Philipp Hasselbach (Mitte) 2005 in Regensburg

Münchens rechtsextreme Szene wird „vielfältiger“. Auf einer Veranstaltung am 20. April, dem Geburtstag Adolf Hitlers, gründete sich in der Landeshauptstadt ein Kreisverband der Kleinstpartei Die Rechte. Vorsitzender ist der erst kürzlich aus der Haft entlassene Philipp Hasselbach, der sein politisches Comeback gibt. Diskussionsstoff bietet auch das von NPD-Landeschef Karl Richter gehaltene Grußwort.