Nürnberger Thor-Steinar-Laden gibt auf

Thor Steinar Label
Thor Steinar Label

Die zur Media Tex GmbH gehörige Kleidermarke Thor Steinar muss eine weitere Niederlage einstecken. Die Nürnberger Filiale „Tønsberg“ wird Anfang kommenden Jahres seine Pforten schließen. Man wolle die Angelegenheit nicht weiter vor Gericht verfolgen.

Das Geschäft soll zum 6. Januar 2011 ausziehen, teilte verdi-Sprecher Ulli Schneeweiß am Mittwoch gegenüber dem Bayerischen Rundfunk mit. Der Betreiber des Ladens, die Bestmarke GmbH, wolle es nicht mehr auf ein zweitinstanzliches Urteil vor dem Oberlandesgericht Nürnberg ankommen lassen. Sie habe einem entsprechenden Vergleich mit dem Vermieter zugestimmt, sagte der verdi-Sprecher. Das Problem Rechtsextremismus sei mit der Schließung des Ladens nicht gelöst, betont Schneeweiß. Auch sei nicht auszuschließen, dass sich die Betreiber nun eine „freundlichere“ Lage in Nürnberg suchen würden.

Die Gewerkschaft habe seit Eröffnung des Ladens Ende Oktober 2008 über 100 Aktionen, Kundgebungen und Mahnwachen vor dem Laden organisiert, um die Bevölkerung über die Hintergründe der Bekleidungsmarke und des Rechtsextremismus aufzuklären.

Der Nürnberger Architekt Markus Maisch, Vermieter der Immobilie, hatte bislang erfolglos versucht, dem in der rechtsextremen Szene beliebten Geschäft den Mietvertrag zu kündigen. Möglich wurde dies erst aufgrund eines Mitte August vom Bundesgerichtshofes (BGH) erlassenen Urteils, welches besagt, dass der Mieter vor Abschluss des Mietvertrages darauf hinweisen müsse, dass überwiegend Ware von „Thor Steinar“ verkauft würde. Der Laden könnte eine Anlaufstelle für rechtsradikale Konsumenten zu sein, was eine mögliche rufschädigende Wirkung haben könnte.

Auch um den Berliner Namensvetter steht es nicht gut – dem Thor Steinar-Geschäft „Tønsberg“ droht eine Zwangsräumung. Die dort für die Kleidungsmarke auftretende Protex GmbH wurde offenbar aufgefordert, das „Geschäft bis zum 30. 9. zu räumen“. Da dies nicht geschah, wurde ein Räumungsauftrag an das Amtsgericht geschickt. Dort werde jetzt ein Gerichtsvollzieher mit der Räumung des Ladens beauftragt. Falls nötig, soll auch die Polizei zur Unterstützung gerufen werden.