Abschied tut manchmal gar nicht weh…

Nach über zweijähriger Kampagne gegen «Tønsberg» konnte am 7. Januar endlich gefeiert werden. Am Tag zuvor wurde der Laden, in dem die bei Nazis beliebte Bekleidungsmarke «Thor Steinar» verkauft wurde, ausgeräumt, die Polizei begleitete den Umzugs-Lkw noch bis zur Stadtgrenze.

Bei der Feier am Freitag – an der trotz strömenden Regens viele Menschen teilnahmen – wurde betont, dass Nazis heute nicht mehr in Springerstiefeln daher kommen, sondern sich tarnen: u. a. mit modischer Kleidung, die allerdings eindeutig die Zugehörigkeit zur Szene manifestiert. Mit zahlreichen Mahnwachen, Kundgebungen, Demonstrationen, Informationsveranstaltungen und phantasievollen Aktionen hat ein Bündnis, maßgeblich organisiert von der Gewerkschaft ver.di, deshalb kontinuierlich zwei Jahre lang über «Thor-Steinar» und die Nazisszene in Nordbayern aufgeklärt.

Neben mehreren Rednern der Gewerkschaft ver.di, der VVN-BdA und des Antifaschistischen Aktionsbündnisses betonte Jürgen Göppner, der Geschäftsführer der ver.di Mittelfranken: «Für uns ist dieser Freitag ein echter Freu-Tag, weil der braune Spuk an dieser Stelle ein Ende gefunden hat». In einer von ver.di zusammengestellten Dokumentation wird betont, dass «die Kampagne (…) voll übertragbar auf jedwede Auseinandersetzung mit rechtsextremen Aktivitäten» sei. Ebenso wie die Erfahrungen, die die Gräfenberger Bürgerinnen und Bürger gemacht haben, denen es auch nach jahrelangem Engagement gelang, die Naziaufmärsche aus ihrem Ort zu verbannen.

Tønsberg ist jetzt zwar erst einmal weg, aber mit dem Laden sind leider nicht die Nazis aus Nürnberg verschwunden. Das Engagement wird weiter gehen, gegen die so genannte «Bürgerinitiative Ausländerstopp» der NPD, die mit zwei Vertretern im Stadtrat sitzt, gegen das «Freie Netz Süd», aus dessen Umfeld es immer wieder zu gewalttätigen Übergriffen kommt, gegen rassistisches und faschistisches Gedankengut.

Die Berichte in der lokalen Presse (externe links):

Nürnberger Zeitung

Nürnberger Nachrichten