Angriff auf „Thor Steinar“-Laden in Hitler-Geburtsstadt

Thor Steinar Label
Thor Steinar Label

Ausgerechnet in Braunau, der oberösterreichischen Geburtsstadt von Adolf Hitler, betreibt „Thor Steinar“ seit 2008 eine der wenigen Filialen außerhalb Deutschlands. Auch in der österreichischen Bezirkshauptstadt regt sich Widerstand. Nach Protesten eines Bürgerbündnisses und einer erfolglosen Räumungsklage wurde am 30. Dezember nun ein Anschlag verübt.

Bislang unbekannte Täter haben Berichten zufolge eine Schaufensterscheibe eingeschlagen und die Außenfassade des Gebäudes besprüht. „Wir kriegen Euch alle“ ist in etwas unbeholfenen, aber umso größeren Lettern zu lesen. Die Polizei ermittelt. Der aktuelle Angriff sei dabei nicht der erste dieser Art: Schon in der Vergangenheit hätte es mehrere Zwischenfällen gegeben. So seien u.a. Farbbomben geschmissen und der Briefkasten beschädigt worden.

Auch politisch hatte die Eröffnung des „Thor Steinar“-Ladens in der Hitler-Geburtsstadt Reaktionen ausgelöst. Neben den österreichischen Grünen hatte auch die Sozialistische Jugend die Schließung des Bekleidungsgeschäftes gefordert. Anders als bei der jüngsten Rechtsprechung deutscher Gerichte wurde eine vom Vermieter des Ladenlokals eingereichte Räumungsklage im August 2009 durch das örtliche Bezirksgericht abgewiesen. Die Kleidungsstücke enthielten keine bedenklichen Inhalte, und die Motive verstießen nicht gegen das geltende Verbotsgesetz, so die Begründung der österreichischen Richter.

Braunaus Bürgermeister und der Vermieter hatten dem Betreiber des „Thor Steinar“-Ladens im Vorfeld vorgeworfen, Mode vorzugsweise für Angehörige des rechtsextremen Spektrums zu vertreiben. Der Ruf der Stadt Braunau werde beschädigt.