NPD: die Mails, das Geld und ein Ordnungsdienst

Mehr als 60.000 interne E-Mails der NPD sind verschiedenen Medien zugespielt worden. Auch welche aus Bayern. In den Mails geht es u. a. um Geld, das verschwunden ist oder gestohlen wurde, um den fehlenden «Ordnungsdienst», den die bayerische NPD nicht zusammenbringt und um einen missglückten Rieger-Gedenkmarsch in Wunsiedel.

Da ist dann die Rede davon, dass Geld aus der Parteikasse verschwunden ist. Die «Lieben Kameraden» werden vom NPD-Landesgeschäftsführer Michaelis darüber informiert: «der Parteivorstand hat dem LV Bayern eine Liste mit mehreren Unklarheiten in den rechenschaftsberichten vorgelegt, unter anderem über den Verbleib eines Darlehens in Höhe von 650 Euro des KV Würzburg an den KV Cham.
Laut Mitteilung von Kam. Meenen hat er das Geld dem Kam. Siener in bar übergeben.
Nach Mitteilung des stellv. Bundesschatzmeisters Schimmel taucht das Geld aber nicht in der dortigen Buchführung auf. Verbleib bisher unklar

Der Verlauf des «Rieger-Gedenkmarsches» in Wunsiedel wird in anderen Mails kritisiert. Rieger war bis zum Verbot einer der Organisatoren des jährlichen Hess-Gedenkmarsches, zu dem tausende Nazis mobilisiert wurden. Der als Ersatzveranstaltung konzipierte «Rieger-Gedenkmarsch» war letztes Jahr aber ein Flop. Während öffentlich von der NPD von tausend Teilnehmern geredet wurde, wird in den internen Mails festgestellt, dass gerade mal 180 Teilnehmer da waren, nur etwa 10 Prozent mit NPD-Parteibuch.

Aber vielleicht wird’s personell nach der Fusion mit der DVU besser? Immerhin kursieren per E-Mail die Mitgliederlisten der bayerischen DVU in der NPD: eine Excel-Tabelle mit 849 Datensätzen, mit Namen, Adressen, Kontaktdaten und Geburtstage der DVU-Mitglieder in Bayern.

Ob die Altherrenriege der DVU der NPD bei einem anderen Problem helfen kann, ist zweifelhaft: die NPD in Bayern hat es trotz mehrfacher Versuche nicht geschafft, einen eigenen «Ordnungsdienst» für Demonstrationen aufzustellen. Für den Rieger-Gedenkmarsch mussten deswegen Nazis aus dem «Freien Netz Süd» angeheuert werden – angeblich gegen 200 Euro. Der Landesgeschäftsführer Michaelis in einer Mail: «Es findet sich einfach keine stabile Mannschaft

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