Augsburg: Ende eines Traums

Mit großem Wirbel verkündete die NPD im letzten Jahr, sie habe ein Bürgerbüro in unmittelbarer Nähe des Bert-Brecht-Geburtshauses angemietet. Wenn auch nie ein «Bürger-»Büro in der offensichtlich an die NPD untervermieteten Wohnung eingerichtet wurde, fanden lt. Zeugenaussagen regelmäßig Treffen der Nazis in dieser Wohnung statt. Damit ist nun – wie aus der Erklärung der Initiative «Brecht gegen Faschismus» hervorgeht, endgültig Schluss.

Die Erklärung von «Brecht gegen Faschismus»:

Am 12.09.2011 verkündete die NPD noch feierlich die Eröffnung einer schwäbischen Geschäftsstelle inkl. Bürgerbüro in der Augsburger Altstadt. Besonders die „unmittelbare Nachbarschaft“ zum Geburtshaus von Bertolt Brecht wurde in der Pressemitteilung angepriesen. Nun müssen die „Nationaldemokraten“ allerdings einpacken.

Nach wochenlanger und intensiver Arbeit der lokalen Projektgruppe „Brecht gegen Faschismus“ und dem „Bündnis für Menschenwürde e.V.“ ist das Ziel vollbracht – das NPD Büro muss weichen.
Grund hierfür ist das Umdenken der eigentlichen Wohnungseigentümerin. Nachdem sie ihre vom Gericht Augsburg auferlegte Zeit im Bezirkskrankenhaus hinter sich gebracht hatte, entschloss sich Frau B. aus eigenen Stücken keinen weiteren Kontakt mehr mit den Rechtsextremen führen zu wollen. Konsequenterweise beinhaltete dies auch das Ende des Mietverhältnisses mit der NPD. Was nun genau der ausschlaggebende Punkt für das Umdenken der Frau B. war, ist allerdings nicht bekannt. Der öffentliche Protest und aktive Widerstand wird hierbei aber sicherlich eine Rolle gespielt haben.

In Zukunft soll nun ein junges Pärchen dort einziehen, wo vor wenigen Woche noch rechte Kräfte ihre Veranstaltungen abhielten. „Wir sind erleichtert!», meint ein Mitglied der Projektgruppe Brecht gegen Faschismus, „Aber was lange währt wird endlich gut, heißt es ja. Auch die MieterInnen von „Auf dem Rain 3“ können nun endlich wieder ruhig schlafen. Die Angst rechte Schlägertruppen könnten Nachts ihr Unwesen in der Umgebung treiben sorgte schon sehr für Unbehagen bei den AnwohnerInnen.“

Und so kommt wieder der Frieden in die Augsburger Altstadt. Die Projektgruppe „Brecht gegen Faschismus“ verspricht auch weiterhin die Augen offen zu halten. Schließlich wird das nicht der letzte Versuch der NPD gewesen sein, ein Zentrum für ihre menschenverachtende Ideologie zu errichten.