Karl-Heinz Hoffmann: konspiratives Treffen in Nürnberg

Für den 2. April hat Karl-Heinz Hoffmann, der Gründer der seit 1980 verbotenen rechtsextremen Wehrsportgruppe, auf seiner Internetseite zu einem Treffen in Nürnberg eingeladen.

Zweck der Veranstaltung soll es lt. Hoffmann sein, dem «großangelegten Hoffmann-Mobbing» entgegenzutreten.

Dazu will er u. a. angeblich darstellen, wie die WSG wirklich war. Außerdem kündigt er «klärende Worte» zum Oktoberfestattentat an. Nicht fehlen darf natürlich «Die Rolle der Antifa-Bewegung.»

Dass es ihm nicht gefällt, dass Antifaschisten nach über 30 Jahren immer noch auf die vollständige Aufklärung des Oktoberfestattentates drängen, ist aus seiner Sicht verständlich. Denn zu schnell verständigten sich damals die Ermittlungsbehörden auf die Einzeltätertheorie. Der «Einzeltäter» war allerdings Mitglied in Hoffmanns Wehrsportgruppe. Ebenso ungeklärt ist die Rolle Hoffmanns bei der Ermordung eines jüdischen Verlegerehepaars in Erlangen, auch hier stammte der Täter aus der rechtsextremen Wehrsportgruppe.

Die Veranstaltung Hoffmanns findet unter konspirativen Bedingungen statt. Die Teilnehmer sollen sich an der Peterskirche treffen, von dort erst geht es dann gemeinsam zu der Gaststätte, in der die Veranstaltung stattfinden soll. Und der Termin ist wahrscheinlich nicht zufällig gewählt: am gleichen Tag findet in Pommersfelden eine Veranstaltung gegen das im dortigen Schlosshotel stattfindende «Lesertreffen» der rechten Zeitschrift «Zuerst» statt. Zahlreiche Antifaschistinnen und Antifaschisten werden deshalb in Pommersfelden sein, so dass Hoffmann davon ausgeht, dass seine Veranstaltung ohne Proteste stattfinden kann.

Erst im Oktober 2010 fanden bei Hoffmann und verschiedenen Nazigruppen Durchsuchungen wegen des Verdachts des Sprengstoffbesitzes statt. Vorher war Hoffmann – zum gleichen Thema wie jetzt – bereits bei Naziveranstaltungen aufgetreten.

Die von Hoffmann gegründete Wehrsportgruppe bestand seit 1973 und hatte bundesweit ca. 400 Mitglieder. Im Januar 1980 wurde die Gruppe wegen ihrer Verfassungsfeindlichkeit vom Bundesinnenminister verboten.