«Widerstandspreis» für Freies Netz Süd

Die NPD-Parteizeitung «Deutsche Stimme» hat auf ihrem jährlichen Pressefest, dieses Jahr veranstaltet am 01. und 02. Juli nahe Görlitz in Ostsachsen, das neonazistische Kameradschaftsnetzwerk «Freies Netz Süd» aus Bayern mit einem der drei «Widerstandspreise» ausgezeichnet. Weitere Preisträger waren die Kampagnen «Tag der deutschen Zukunft» um den Neonazi Dieter Riefling und das Dresdner Aktionsbündnis «Gegen das Vergessen». Dotiert war der Preis mit insgesamt 2000,- Euro.

Damit zeichnete die NPD-Zeitung den größten Konkurrenten des NPD-Landesverbandes Bayern um den «organisierten Willen» aus. Bekanntlich spalteten sich Neonazis aus Nord- und Ostbayern nach den schlechten Ergebnissen der NPD bei der Landtagswahl 2009 ab und gründeten das «Freie Netz Süd». Immer wieder kam es zwischen NPD und FNS zu Reibereien. Deren maßgebliche Akteure hatten schon 2008 parallel zum zentralen Sommerfest der NPD, dem «Bayerntag», einen eigenen «Frankentag» organisiert. Auch zum 1.Mai 2010 mobilisierte man getrennt. Während der NPD-Landesverband Bayern ursprünglich für den Raum Nürnberg / Fürth plante, mobilisierte das FNS für Schweinfurt und konnte sich dafür die Unterstützung auch zahlreicher NPD-Untergliederungen sichern. So lief der Landesverband der NPD-Jugend aus Baden-Württemberg ebenso im Demozug mit, wie die Vorsitzende der Frauenorganisation Ring nationaler Frauen, Edda Schmidt. Die bayerische NPD sagte letztlich ihre Kundgebung ab und mobilisierte für Erfurt und Zwickau. 2011 unterstützen beide Organisationen die Demonstration in Heilbronn. Ansonsten geht man sich aus dem Weg. Der NPD-Bayerntag 2011 wurde mit Ausnahme der Kameradschaft aus Amberg auf den Seiten des Freien Netz Süd nicht beworben und auch nicht besucht. Das Ergebnis ist bekannt: Der Landesverband konnte zum ersten Mal weniger als 100 Gäste beim «Bayerntag» begrüßen.