Jetzt bewerben für den Hans-Weber-Preis 2011

Hans Weber, Widerstandskämpfer, KZ-Häftling und Bürgermeister von Regensburg
Hans Weber, Widerstandskämpfer, KZ-Häftling und Bürgermeister von Regensburg

Im Dezember 2011 verleiht die Regensburger SPD wieder den „Hans-Weber-Preis für mehr Demokratie und Toleranz“. Sie ehrt und gedenkt damit dem Lebenswerk ihres langjährigen Vorsitzenden Hans Weber, Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime, politisch Verfolgter, Moorsoldat, langjähriger Stadtrat, Bürgermeister und Kämpfer für ein demokratisches Deutschland.

Ausgezeichnet werden Einzelpersonen bis zu 25 Jahren, Jugendgruppen, -vereine und -projekte sowie Schülergruppen aus Regensburg und der Oberpfalz, die durch ihren Einsatz für Toleranz und Demokratie, durch ihr Engagement für das Gemeinwesen oder durch gezeigte Zivilcourage ein Beispiel gegeben haben oder geben.

Der 1912 geborene Sohn einer Eisenbahnerfamilie trat 1926 in die SPD ein und engagierte sich besonders in der Jugendarbeit. Ab 1.Mai 1933 sollte er hauptamtlich als Jugendsekretär für den SPD-Bezirk Niederbayern / Oberpfalz tätig werden. Die Machtübernahme der Nazis auch in Ostbayern verhinderte dies.

Hans Weber beugte sich den Gewaltmaßnahmen des Regimes aber keineswegs und beteiligte sich am Widerstand. Er fungierte dabei hauptsächlich als Kurier für die vom NS-Staat verbotenen Schriften der SPD und ihres Exilvorstandes in Prag. Am 12.Mai 1934 wurde Hans Weber verhaftet und zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Zunächst in Straubing und Amberg inhaftiert, verschleppte man ihn 1937 ins Aschendorfer Moor bei Papenburg im Emsland zur Zwangsarbeit. Erst im Mai 1939 wurde er entlassen, wurde aber weiterhin überwacht.

1942 wurde Weber zusammen mit zehntausend anderen politisch Verfolgten im wehrfähigen Alter in sogenannten Straf-Bataillone zum Kriegsdienst gezwungen. Da man Verluste bei den als „wehrunwürdig“ angesehen Männern gerne einging, wurde die Einheit Hans Webers Ende 1942 in Nordafrika eingesetzt, um gegen die hoffnungslos überlegenen alliierten Truppen den Rückzug „wertvollerer Einheiten“ nach Italien zu decken. Vielerorts erreichte man allerdings die kampflose Übergabe der Stellungen, Hans Weber gab als Soldat keinen Schuss ab. Er saß aber auch die von Mai 1943 bis Januar 1947 dauernde Kriegsgefangenschaft nicht einfach ab, sondern organisierte mit anderen politischen Gefangenen Schulungen und Seminare, um die Gefangenen für die Demokratie und den demokratischen Neuaufbau Deutschlands zu gewinnen.

Zurück in Regensburg engagierte er sich wieder sofort in der SPD, war von 1952 bis 1990 Mitglied im Stadtrat und von 1961 bis 1972 Zweiter Bürgermeister der Stadt. Angesichts seiner eigenen Lebensgeschichte engagierte er sich in der Arbeitsgemeinschaft verfolgter Sozialdemokraten (AvS) und berichtete immer wieder in Radio und Fernsehen, aber besonders gerne vor Schulklassen und Jugendgruppen als Zeitzeuge über seine eigene Verfolgung und die Bedeutung des demokratischen Neuaufbaus. Er verband damit auch immer die Mahnung für die Gegenwart, die aktuelle Gefahr von Rechts nicht zu unterschätzen. Hans Weber starb am 9.Dezember 2003, nur wenige Wochen nach seinem 91. Geburtstag.

Die Regensburger SPD hat 2001 die Einrichtung des Hans-Weber-Preises beschlossen und ihn 2006 zum ersten Mal verliehen.

Der Preis ist mit insgesamt 2.500 Euro dotiert und kann auf mehrere Preisträger aufgeteilt werden. Die Regensburger SPD ruft alle engagierten Gruppen, Initiativen, Schulklassen und Einzelpersonen in Regensburg und der Oberpfalz auf, sich zu bewerben.

Bewerbungsschluss ist der 9. November 2011.

Die Bewerbung ist mit aussagekräftigen Unterlagen einzusenden an:

SPD-Unterbezirk Regensburg
Stichwort Hans-Weber-Preis 2011
Antonie-Pfülf-Haus
Richard-Wagner-Straße 4/II
93055 Regensburg

Der Hans-Weber-Preis 2011 wird am Sonntag, den 11. Dezember 2011 im Rahmen einer Feierstunde verliehen.