NPD Bayern: Traditionspflege im Stil von Julius Streicher

Unter konspirativen Bedingungen und mit Beteiligung der beiden Kandidaten für den Bundesvorsitz der Partei, Udo Voigt und Holger Apfel, führte der NPD-Landesverband Bayern letzten Sonntag seinen Parteitag in Schwaben durch. Dabei wurde beschlossen, ein „Volksbegehren zum Erhalt der Identität unserer bayerischen Heimat“ zu initiieren. Als Vorbild dafür dient die Schweizer Abstimmung zum Verbot von Minaretten.

Die NPD bezeichnet in ihrem Beschluss die Minarette als „Symptom“ einer – wie sie meint – „massenhaften und unkontrollierten Zuwanderung von Fremden (…), seien diese nun muslimisch oder nicht“. Und sie sieht in ihnen „Machtsymbole einer kultur- und raumfremden (…) Religion“.

Die NPD will deshalb mit ihrem Volksbegehren die Einfügung folgender Passage in die Bayerische Bauordnung erreichen:

„Zur Erhaltung des Erscheinungsbildes der bayerischen Ortschaften, Städte und Landschaften ist der Bau von Minaretten und anderen Baukörpern, die in auffälliger Weise fremdländische Baukultur verkörpern, verboten.“

Deutlicher kann man sich kaum noch in die Tradition der NSDAP und ihres „Frankenführers“ Julius Streicher stellen. Hatte der doch bereits vor den Novemberpogromen die Nürnberger Synagoge am Hans-Sachs-Platz zusammen mit dem Gemeindehaus am 10. August 1938 abbrechen lassen, weil sie lt. Streicher „das schöne deutsche Stadtbild empfindlich stören“.