Altbekanntes zum neuen Jahr: Neonazi Martin Wiese mal wieder angeklagt

Martin Wiese während einer Demonstration
Martin Wiese während einer Demonstration

Mit Martin Wiese steht einer der bekanntesten Neonazis Deutschlands wahrscheinlich bald erneut vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Volksverhetzung, Bedrohung und Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen vor.

Martin Wiese gilt als einer der umtriebigsten Rechtsextremisten Süddeutschlands. Der eigentlich aus Anklam in Mecklenburg-Vorpommern stammende Aktivist hatte im Sommer 2002 die Führung der verbotenen „Kameradschaft Süd“ von Norman Bordin übernommen, der damals eine Freiheitsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung verbüsste. Bordin war von 2006 bis 2008 Chef der bayerischen Jungen Nationaldemokraten (JN).

Überregionale Bekanntheit erlangte der bullige Neonazi allerdings mit seinen Plänen, den Bau des Jüdischen Zentrums in München durch einen Bombenanschlag zu verhindern. Gemeinsam mit sieben weiteren Gesinnungsgenossen wurde er deshalb wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und Planung eines Sprengstoffanschlags angeklagt und zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt.

Nun scheint er an seine Vergangenheit anknüpfen zu wollen. Bei einer Kundgebung in Unterfranken soll er Journalisten mit den Worten „wir werden eines Tages kommen, euch aus euren Löchern holen, euch vor einen Volksgerichtshof stellen und euch wegen Deutschlands Hochverrat verurteilen zum Tode“ bedroht haben. Laut Staatsanwaltschaft hat er im August beim Nationalen Frankentag in einer Rede darüber hinaus „in einer die Würde der Opfer verletzenden Weise öffentlich die nationalsozialistische Gewalt- und Willkürherrschaft gebilligt, verherrlicht und gerechtfertigt.“ Außerdem legen ihm die Behörden das Tragen eine T-Shirts mit der Signatur Adolf Hitlers und den Worten „Seine Idee – unser Weg“ zur Last.

Trotz eines auferlegten Kontaktverbots trat er nach seiner Haftentlassung mehrfach als Mitorganisator rechtsextremistischer Aufmärsche in Erscheinung. Beobachter vor Ort halten ihn auch für den Initiator der sogenannten Nationalen Sozialen Bewegung (NSB), die seit Frühjahr 2011 im Raum München aktiv ist.

Selbst für die NPD ist ein Neonazi wie Martin Wiese mittlerweile zu radikal. Erst kürzlich hatte die Bundespartei ihm und dem Gründer der Wehrsportgruppe Hoffmann, Karl-Heinz Hoffmann, Redeverbot auf ihren Aufmärschen erteilt.

Mit freundlicher Genehmigung von Endstation Rechts