Freies Netz Süd: Schlagstöcke und „Paulchen Panther“

München bleibt bunt!

Etwa 90 Nazis vom «Freien Netz Süd» marschierten am Samstag in München auf, um gegen das alternative „Kafe Marat“ zu demonstrieren und „Freiräume für nationale Jugendliche“ zu fordern. Ein Teil der Demonstrationsteilnehmer unterstrich diese Forderung dadurch, dass – wie Fotos eindeutig beweisen – Schlagstöcke mitgeführt wurden.

Aber das war nicht die einzige Provokation auf der von Norman Bordin und Karl-Heinz Statzberger angemeldeten Demonstration. In einer widerlichen Verhöhnung der Opfer der rechten Terrorzelle „NSU“, wurde über den Lautsprecherwagen die Titelmelodie von „Pink Panter“ gespielt – ein direkter Bezug zum Bekennervideo der „NSU“ und somit eine Billigung der Mordserie. Die Polizei schritt dagegen ein, es gab eine Festnahme wegen des Verdachts der Billigung einer Straftat.

Die geplante Route des Neonaziaufmarsches sollte vom Münchner Hauptbahnhof zum Stachus, über die Sonnenstraße zum Sendlinger Tor und von dort über die Lindwurmstraße, Goetheplatz zum Ort der Abschlusskundgebung in unmittelbarer Nähe des alternativen Jugendtreffs „Kafe Marat“ gehen. Doch so weit sollten die Nazis glücklicherweise erst gar nicht kommen.

Das Motto des Neonaziaufmarsches, der geplante Ort der Abschlusskundgebung und der Farbanschlag auf das „Kafe Marat“ bereits in der Woche vor der Demonstration ließen keinen Zweifel, was die Demonstranten darstellen wollten: Eine Provokation für das „Kafe Marat“, das den Nazis wegen dem Engagement zur Bekämpfung von Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus ein Dorn im Auge ist.

Erfreulich war der breite und bunte Gegenprotest von mehr als 700 Münchnerinnen und Münchnern. Bereits am Hauptbahnhof wurden die Rechtsextremen mit Pfeifkonzerten empfangen und in der Sonnenstraße mussten der Aufmarsch zwei mal die Fahrspur wechseln, weil viele engagierte Bürgerinnen und Bürger den Nazis die Straße nicht überlassen wollten.

Für die Nazis wurde schließlich der Sendlinger Torplatz zum Ort ihrer „Endstation Rechts“, hier mussten sie ihre Abschlusskundgebung abhalten. Hunderte blockierten die Lindwurmstraße und machten den Weg zum „Kafe Marat“ unmöglich.

  • Bewaffnet mit Schlagstöcken
  • Blockade gegen den Naziaufmarsch

Fotos: Copyright Endstation Rechts. Bayern