Blutiges Wochenende: Zwei fremdenfeindliche Übergriffe in München

Am Wochenende kam es nach Auskunft der Polizei gleich zu zwei fremdenfeindlich motivierten Übergriffen in München. Zunächst verprügelte ein 53-jähriger Mann einen Kosovaren, später bedrohte ein selbsternannter Rechtsextremist einen Italiener mit einem Messer und griff im weiteren Verlauf das herbeigerufene Sicherheitspersonal an.

In der Nacht auf Samstag rempelte ein Kosovare versehentlich einen 53-jährigen Münchner an, der diesen daraufhin mit den Worten „Hau ab, du scheiß Ausländer“, beleidigte. Der Beleidigte, der sich in Begleitung eines Landsmanns befand, giftete zurück und nannte den Münchner „scheiß Nazi“. Daraufhin attackierte der augenscheinlich betrunkene Ausländerfeind sein Opfer mit zwei Faustschlägen oberhalb der rechten Schläfe am Kopf.

Noch während die herbeigerufene Polizei eintraf, trat er mit seinen schweren Cowboystiefeln auf dem Geschädigten ein. Er wurde zur Feststellung seiner Identität und zur Durchführung einer Blutprobe auf die Wache gebracht, um anschließend wieder auf freien Fuß gesetzt zu werden. Die Staatsschutzabteilung im Polizeipräsidium München hat die Ermittlungen wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung mit ausländerfeindlichem Hintergrund aufgenommen.

In der gleichen Nacht provozierte ein 45-jähriger Deutscher einen italienischen Fahrgast in der U-Bahnlinie I. Er suchte fortwährend Blickkontakt, und zog sich eine Sturmhaube über. Dann forderte er sein Opfer auf, die U-Bahn zu verlassen und bedrohte es mit einem Küchenmesser. Daraufhin habe der eingeschüchterte Zeuge die Bahn verlassen, heißt es im Polizeibericht.

Der Sicherheitsdienst, der mittlerweile verständigt worden war, führte bei dem aggressiven mutmaßlichen Rechtsextremisten eine Fahrkartenkontrolle durch, bei der das Küchenmesser sichergestellt werden konnte. Als ihm erklärt wurde, dass die weiteren Ermittlungen die Bundespolizei übernehmen werde, zog der Beschuldigte unvermittelt ein weiteres, unter dem Mantel mitgeführtes Messer mit einer Klingenlänge von 29 cm hervor und versuchte mit einem gezielten Stich einen der Sicherheitsmitarbeiter am Kopf zu verletzten. Nur durch eine reflexartige Abwehrbewegung konnte der Mann eine Verletzung verhindern und den Angriff unterbinden. Schließlich gelang es, dem Täter das Messer zu entreißen und ihn festzunehmen.

Auf der Polizeiwache angekommen, begrüßte der Festgenommene, der in seiner Vernehmung zugab, rechtsextrem eingestellt zu sein, den diensthabenden Beamten mit „Sieg Heil!“ Zur Zeit habe er aber keinen Kontakt zur Szene. Am Samstag wurde der 45-Jährige dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der dem Antrag auf Haftbefehl entsprach. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei in diesem Fall dauern an.