Bayerische NPD will mit allen Mitteln ins Gespräch kommen

Die bayerische NPD ließ kürzlich einen Brief an Angehörige des öffentlichen Dienstes verschicken, in dem diese dazu aufgefordert werden, sich in der rechtsextremen Partei zu engagieren. Scheinbar verzweifelt versucht die NPD damit im Hinblick auf die anstehenden Landtagswahlen auf sich aufmerksam zu machen.

Wie schon in der Vergangenheit möchte die NPD auch 2013 in Bayern wieder für den Landtag kandidieren und hat dafür lt. Internetseite der NPD einen Großteil der Kandidaten bereits aufgestellt. Allerdings ist auch den Angehörigen der NPD bewusst, dass sie praktisch chancenlos sind und wohl keinerlei Mandate einfahren werden können. Denn die NPD in Bayern hat derzeit nicht nur mit internen Konflikten zu kämpfen, sondern erzielt auch kaum Öffentlichkeitswirkung. Aktionen der Partei werden – wenn sie denn überhaupt stattfinden – von massivem Gegenprotest begleitet, der Anti-Europäische-Kurs bringt keine neuen Sympathisanten ein und Kameradschaften haben die Partei in ihrer Bedeutung längst überholt. Summa summarum: Die NPD ist in einem desolaten Zustand und greift momentan offensichtlich nach jedem nur möglichen Strohhalm, um von sich reden zu machen.

Zu eben dieser Linie passt auch die neuste Aktion von Sascha Roßmüller, der beim nächsten Parteitag stellvertretender Landesvorsitzender werden möchte und spätestens seit seiner bekanntgewordenen Mitgliedschaft bei der Motorrad-Gang „Bandidos“ bundesweit für Schlagezeilen gesorgt hatte. Roßmüllers neuster Clou soll nun also ein Brief sein, der an Angehörige des öffentlichen Dienstes verschickt wurde und diese auffordert, sich für die NPD zu engagieren. Denn dadurch würden sie, so Roßmüller, als „Avantgarde der verfassungsrechtlichen Grundlagen im Land wie im Bund fungieren“ können. Zudem „ersucht“ der NPDler „Sie – allen Diffamierungsversuchen zum Trotz – um Ihre Unterstützung“ und schreibt zugleich: „Verfassungstreue zeigen und mit Blick auf das Wahljahr 2013 der NPD beitreten!“ Diese Aufforderung begründet Roßmüller mit insgesamt drei Punkten, die vor allem Euro-Skeptiker ansprechen sollen.

Das Ziel, das dahinter steckt, ist dabei allerdings relativ simpel: Die Partei will somit schlichtweg von sich reden machen und mit allen nur erdenklichen Mitteln ins Gespräch kommen. Erfolgreich dürfte diese Strategie aber wohl kaum sein, denn mit hoher Wahrscheinlichkeit wird das Schreiben des NPD-Politikers, das ebenfalls auf der Homepage der Neonazi-Partei veröffentlicht wurde, keine große Beachtung finden und schnell in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Und auch das verzweifelte Betteln um neue Mitglieder – das überdies auf einen deutlich desolateren Zustand verweist, als bislang angenommen – dürfte erfolglos bleiben.