NSU-Anklageerhebung gegen Zschäpe und Wohlleben steht kurz bevor

Beate Zschäpe

Ein Jahr nach Aufdecken des NSU soll die Bundesanwaltschaft nun Anklage gegen Beate Zschäpe erhoben haben. Auch dem ehemaligen NPD-Funktionär Ralf Wohlleben und drei weiteren Personen steht ein Prozess bevor.

Eine offizielle Bestätigung der Anklage seitens der Bundesanwaltschaft gibt es bisher nicht, der „tagesspiegel“ hatte am Dienstag aber bereits vorab berichtet, dass Bundesanwalt Harald Range die Anklageschrift, die mehrere Hundert Seiten umfasse, unterschrieben haben soll. Diese ist nun offenbar zusammen mit über 1.000 Ordnern an Ermittlungsakten unterwegs Richtung München, wo vor dem Oberlandesgericht der Prozess stattfinden soll.

Über die Anklageerhebung werde man die Öffentlichkeit erst nach Zustellung der Anklageschrift informieren, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft gegenüber der „dpa“. Zschäpes Anwalt hätte Medienberichten zufolge die Anklage noch nicht bekommen.

Neben Beate Zschäpe, einzige Überlebende des Zwickauer Terrortrios, sollen vier weitere Personen angeklagt werden. Bei einer dieser Personen handele es sich dem „tagesspiegel“ zufolge um den ehemaligen NPD-Funktionär Ralf Wohlleben, der einzigen Person, die neben Zschäpe bis heute in U-Haft sitzt. Um wen es sich bei den anderen drei Personen handelt, ist bislang unklar.

Zudem wurde am Dienstag bekannt, dass sich die rechtsextreme Szene offenbar keinesfalls von Wohlleben distanziert hat, dem vorgeworfen wird, den Kauf einer Waffe in Auftrag gegeben zu haben, mit der später die neun Migranten ermordet wurden. Der Linken-Abgeordneten Katharina König zufolge soll im Internet eine Solidaritäts-CD verkauft werden, deren Erlöse vollständig Wohlleben zukommen sollen.

Der Thüringer Allgemeinen zufolge will König anhand einer Anfrage an die thüringische Landesregierung nun klären lassen, ob der Silberling zuvor juristisch geprüft worden sei und ob es Anhaltspunkte zum Einleiten von Strafverfahren oder für ein Verbot gebe.