NSU-Nazi-Terror – Wir vergessen nicht! Wir fordern endlich Aufklärung

Gedenkveranstaltung in Nürnberg
Gedenkveranstaltung in Nürnberg

Nürnberg: hier nahm die Mordserie des „Nationalsozialistischen Untergrund“ NSU ihren Anfang, hier wurden die meisten Menschen ermordet. Ein Jahr nach dem Auffliegen des NSU gedachten etwa 100 bis 150 Menschen vor dem Gebäude der Staatsanwaltschaft den Opfern der Mordserie. Sie folgten einem Aufruf des Bündnisses „Das Problem heißt Rassismus“.

In dem Aufruf hieß es: «Nürnberg nimmt in der Geschichte des Terrortrios eine besondere Rolle ein. Hier startete die Mordserie von Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt. Hier gab es offensichtlich Unterstützung aus der fränkischen Neonaziszene. Hier wurde die SOKO Bosporus gegründet. Und hier wurden drei Morde begangen – mehr als in jeder anderen Stadt.»

Die RednerInnen bei der Kundgebung kritisierten die mangelnde Aufklärung der Taten. Ermittelt wurde viele Jahre von der „Sonderkommission Bosporus“ nur im Umfeld der Opfer, die Opfer selbst sollten wegen angeblicher Verbindungen zu Geldwäsche oder Drogenhandel verantwortlich sein für ihre Ermordung.

Und auch jetzt mauern die Behörden immer noch: Unterlagen für den NSU-Untersuchungsausschuss im Bayerischen Landtag werden als „geheim“ eingestuft, teilweise geschwärzt. Offensichtliche und von Journalisten recherchierte Verbindungen des NSU zu fränkischen Nazis werden geleugnet, den Spuren wird immer noch nicht nachgegangen. Zahlreiche Kontakte des NSU nach Franken sind belegt. Aber es scheint bei den Ermittlungen keine Rolle zu spielen, dass beispielsweise bei der beim Nazi-Trio gefundenen Adressenliste auch die Telefonnummer von Matthias Fischer, einem führenden Aktivisten des rechtsextremen „Freien Netz Süd“, sowie die Telefonnummer der Gaststätte „Tiroler Höhe“ – in den 90er Jahren Treffpunkt der Nürnberger Nazis – aufgeführt war. Auch dass das Bekennervideo bei den Nürnberger Nachrichten vor einem Jahr persönlich in den Briefkasten eingeworfen wurde und nicht per Post kam, scheint bei den Ermittlungen keine Rolle zu spielen.

Deshalb erinnern auch die Inhaber von ca. vierzig türkischen Lokalen in Nürnberg mit einer Plakataktion an die Opfer der NSU-Morde. Sie verlangen die umfassende Aufklärung der Taten und der Hintergründe der Mordserie. „NSU-Nazi-Terror – Wir vergessen nicht! Wir fordern endlich Aufklärung!“ ist auf den Plakaten zu lesen.