Nürnberg: juristische Niederlage für Militaria-Händler

Screenshot Internetseite der Waffenbörse

Im letzten Moment, am Abend vor Eröffnung der „Internationalen Waffenbörse“, fiel die Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes: damit wurde den Militaria-Händlern untersagt, Waffen, Orden, Bücher und Uniformen mit NS-Bezug anzubieten und zu verkaufen.

Die „Waffenbörse“ findet als Verkaufsmesse auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände statt. Und bereits im Vorfeld hatte die Stadt Nürnberg in ihren Auflagen den Verkauf von Nazi-Devotionalien untersagt. Dagegen klagten die Händler und unterlagen letztendlich vor Gericht. Damit ist der Verkauf aller Gegenstände, die mit einem Nazisymbol versehen sind oder einen Bezug zu NS-Organisationen und deren Repräsentanten haben, untersagt.

Nicht durchsetzen konnte sich die Stadt Nürnberg leider mit dem Versuch, auch den Verkauf von Wehrmachtsgegenständen zu untersagen. Diese dürfen angeboten und verkauft werden, so lange sie nicht mit verbotenen Symbolen versehen sind.

Damit hat die Stadt Nürnberg doch einiges getan, um diesem Treiben kein Forum zu bieten.

Wie allerdings die Nürnberger Nachrichten berichten, wird das Verbot anscheinend von einigen Händlern umgangen: auf Buchtiteln werden NS-Symbole einfach überklebt, ein anderer Händler aus Frankreich bietet entsprechende Artikel wie einen SS-Dolch „unter der Verkaufstheke“ an. Um weitere entsprechende Artikel zu erhalten, möge man ihm doch eine E-Mail schreiben.

Die Nürnberger Nachrichten zitieren dazu Alexander Schmidt, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände: er findet den Handel mit diesen Gegenständen einfach „ekelerregend“.

In einem Kommentar der Nürnberger Nachrichten wird zu Recht festgestellt, dass die „Vorstellung, dass ausgerechnet dort, wo die Nazis ihre Unrechtspropaganda inszenierten und sich feiern ließen, 80 Jahre nach der Machtergreifung munter NS-Devotionalien angeboten und verkauft werden, (…) schier unerträglich (ist)“.