Die RechteAngriff auf feministische Demonstration durch Neonazis nach eigener Kundgebung in Nürnberg

Neonazi Dan Eising (Die Rechte / Nügida) bei seiner Rede

Im Rahmen einer Gefangenenkampagne kamen gestern etwa 25 Angehörige und Sympathisanten der Partei Die Rechte vor der JVA in Nürnberg zusammen. Sie forderten die Freilassung des dort inhaftierten Neonazis und Holocaustleugners Gerd Ittner. Danach sollen Teilnehmer am Bahnhof eine Demonstration zum Weltfrauentag angegriffen haben.

Nach der Kundgebung für den mutmaßlichen NSU-Helfer Ralf Wohlleben am Dienstag direkt vor dem Gerichtsgebäude in München, ging es am Samstag für die Anhänger der Partei Die Rechte vor die JVA Nürnberg. Im Fokus der Kundgebung stand wieder jemand mit eindeutiger Gesinnung und Vita: Gerd Ittner. Der früher für die NPD-Tarnliste Bürgerinitiative Ausländerstopp Nürnberg aktive Neonazi entzog sich 2005 kurz vor der Verurteilung zu einer mehrjährigen Haft der Strafe durch Flucht ins Ausland und wurde erst 2011 in Portugal aufgegriffen und nach Deutschland ausgeliefert. Den damals verhängten Freiheitsentzug hat er inzwischen abgesessen.

In der JVA sitzt er momentan in Untersuchungshaft. Ihm werden weitere einschlägige Straftaten, begangen aus dem Gefängnis heraus, zur Last gelegt. Ittner hatte auch für Verwirrung in Dresden gesorgt, weil er dieses Jahr, wohl in der Erwartung, da schon wieder frei zu sein, rund um den geschichtsträchtigen Jahrestag der Bombardierung Dresdens 1945 eine Kundgebung angemeldet hatte.

Auf Seiten der Neonazis sprachen neben dem Münchner Kreisvorsitzenden Philipp Hasselbach, sein Nürnberger Kollege Dan Eising, die Verlobte von Ittner und NPD-Landtagskandidatin, Sandra Rübel. Für den kürzlich gegründeten Kreisverband Bamberg sprach Andreas Groh. Mit Eising, Groh und dem ebenfalls anwesenden Rainer Biller trafen sich dort zudem zentrale Akteure des ersten Nügida-Spaziergangs vom Rosenmontag.

Die enge Verwebung von Die Rechte und dem nun inoffiziellen Pegida-Ableger zeigte sich endgültig im Nachklang der Aktion. Sowohl die FB-Seite von Die Rechte Nürnberg als auch Nügida sprachen fast wortgleich von einer erfolgreichen Aktion und luden auf ein Bier in dieselbe Kneipe ein. Etwa 150 bis 200 Gegendemonstranten protestierten gegen die zweistündige Kundgebung.

Angriff auf Demonstration zum Weltfrauentag – Vorwürfe gegen Eising und Groh

Im Nachklang der Aktion kam es dann rund um die Hauptbahnhof zu einem Angriff auf eine Demonstration linker Organisationen zum Weltfrauentag. Der Aufzug wurde in der Höhe des Hauptbahnhofes von etwa einem Dutzend vermummten Neonazis angegriffen, meldet bereits gestern Abend der Störungsmelder. Es sollen dabei Gegenstände geworfen worden, sowie Pfefferspray von Seiten der Angreifer zum Einsatz gekommen sein. Das Unterstützungskommando der Polizei konnte einige Neonazis aufgreifen.

Wie der Artikel weiter ausführt, waren unter den festgesetzten Krawallmachern sowohl Dan Eising als auch Andreas Groh. Auf Seiten der etwa 150 bis 200 Demonstrationsteilnehmer wurde niemand verletzt. Die Neonazis kehrten in einer ersten Stellungnahme das Geschehen um und behauptet ihrerseits mit Pfefferspray und Fahnen angegriffen worden zu sein.

nDie Polizei spricht dagegen davon, dass die Neonazis „unvermittelt aus dem Bahnhofsgebäude auf die Teilnehmer des Aufzuges“ zugerannt seien und „unter Einsatz von Pfefferspray und Zuhilfenahme des Einsatzstockes vom USK gestoppt bzw. zurückgedrängt“ worden seien. Angaben zu den Personalien der Festgehaltenen machte die Pressemitteilung nicht. Sollten Eising und Groh unter den Angreifern gewesen sein, könnte das Auswirkungen auf den zweiten „Spaziergang“ von Nügida am Montag haben. Eising gehört zu den Organisatoren, Groh war beim ersten Spaziergang Ordner und trat teilweise als deren Kopf auf. Die Polizei kann laut Bayerischem Versammlungsgesetz Leiter und Ordner ablehnen, wenn diese nicht Gewähr für einen friedlichen Verlauf der Versammlung bieten.