Aussteigerhilfe Bayern und EXITFür ein besseres Angebot im Süden

Gemeinsames Plakat am SPD-Haus in Hof. 01.05.2012

Seit mittlerweile 15 Jahren unterstützt EXIT ausstiegswillige Neonazis bei ihrer Abkehr von der Szene. In Bayern widmete sich die Aussteigerhilfe Bayern ebenfalls dieser Aufgabe. Mit dieser Zersplitterung ist nun Schluss, seit heute gehört die ASH Bayern zum Bundesnetzwerk von EXIT-Deutschland, womit das Angebot im Süden Deutschlands ausgebaut und verbessert wird.

Die „Aussteigerhilfe Bayern“ (ASH Bayern) gründete sich im November 2011 in München hauptsächlich durch Personen, die selbst aus der Neonazi-Szene ausgestiegen waren. Mit beratender Unterstützung von EXIT-Deutschland, die nun 15 Jahre existieren, war die Initiative seit dem sowohl in der Bildungs- und Präventionsarbeit, als auch in der konkreten Ausstiegsbegleitung aktiv. EXIT-Gründer Bernd Wagner hebt die wichtige Rolle der einstigen Szene-Angehörigen für die Aufklärungsarbeit hervor: „Insbesondere das Engagement von ehemaligen Neonazis ist eine wichtige und wirkungsvolle Form der Auseinandersetzung mit dem rechtsradikalen Feld. Sie kennen die Leute, sie kennen die Themen und sie wissen wie man mit ihnen spricht.“

Um das Ausstiegsangebot im süddeutschen Raum weiter auszubauen und zu verbessern, arbeitet die ASH Bayern fortan als Teil des Bundesnetzwerkes von EXIT. Die erprobte Kooperation zwischen den beiden Organisationen wird damit verstetigt und äußerlich präsentiert. Dazu wird es neben der Neugestaltung des Webauftrittes eine neue Kontaktstruktur geben. Durch die Zusammenarbeit können die künftigen Hilfen für Aussteiger besser und wirksamer organisiert, sowie manche Überlastung vermieden werden. Felix Benneckenstein von der ASH Bayern erklärt die Gründe: „Um das Angebot der Ausstiegsarbeit in Bayern in Zukunft nicht nur weiterhin gewährleisten zu können, sondern das Ganze zu professionalisieren und vor allem zu stabilisieren, haben wir uns zu diesem Schritt entschieden. Dass EXIT-Deutschland sich ebenso wie unsere Unterstützerinnen und Unterstützer allesamt offen für Gespräche und Umstrukturierungen zeigten, hat dies erst möglich gemacht.“

Gearbeitet wird selbstverständlich nach den Standards von EXIT-Deutschland. Außerdem werden die Experten der ASH Bayern weiterhin in der Bildungs- und Präventionsarbeit unterwegs sein. Wagner zeigte sich erfreut darüber, die Initiative aus dem Freistaat an Bord zu haben.

Zuerst erschienen bei ENDSTATION RECHTS