Kundgebung im Stadtteil GostenhofNiederlage für Die Rechte in Nürnberg

Gostenhof: Ein Stadtteil macht mobil gegen Rechts

Zu einer Kundgebung „Gegen Linke Gewalt“ hatte die rechtsextreme Kleinstpartei Die Rechte aufgerufen. Und ausgerechnet in Gostenhof, einem multikulturell und alternativ geprägten Stadtteil Nürnbergs, sollte diese Veranstaltung stattfinden.

Der zunächst angemeldete Kundgebungsort am Jamnitzer Platz direkt vor dem linken Stadtteilladen «Schwarzen Katze» wurde von der Stadt Nürnberg nicht genehmigt, die Partei mussten an die Fürther Straße in ein kleines, abgesperrtes Areal ausweichen.

Damit war die Niederlage für die 25 anwesenden Aktivsten und Anhänger der Neonazi-Partei Die Rechte, darunter Rainer Biller, Dan Eising, Peter Meidl und Roland Wuttke, vorprogrammiert. Umgeben von etwa 500 GegendemonstrantInnen, beschallt durch mehrere Lautsprecher sowie durch Sprechchöre und Trillerpfeifen konnten nicht mal die Teilnehmer der rechtsextremen Kundgebung die Reden ihrer Funktionäre hören. Als dann noch Eier und Tomaten in Richtung der Neonazis flogen, konnten diese kaum noch ihre Aggressivität zügeln.

Einige AnwohnerInnen positionierten sich mit Anti-Nazi-Transparente an den Fenstern, die Fürther Straße war durch BürgerInnen blockiert.
Die Kundgebung der Neonazis war ursprünglich bis 21 Uhr angemeldet, doch bereits um 20 Uhr gaben sie nach den Reden von Karl Richter, Wuttke, Meidl und einem weiteren Redner auf, rollten die Transparente ein und bestiegen die eigens für sie bereitgestellte U-Bahn in Richtung Hauptbahnhof.

In Nürnberg war dies der siebzehnte Aufmarsch der extremen Rechten in diesem Jahr. Nur die erste und dann auch blockierte Demonstration von Nügida errichte dabei eine dreistellige TeilnehmerInnenzahl. Der geringe Zuspruch ist allerdings für die RassistInnenen der diversen Gruppierungen kein Grund, umzudenken. Die nächsten Veranstaltungen sind bereits angekündigt.