Die Rechte an der LorenzkircheNürnberg hält zusammen gegen Neonazi-Aufmarsch

Nürnberg Lorenzkirche Blick auf Gegendemo

Am Ende war die Bilanz wieder eindeutig: 28 Neonazis aus den Reihen der Partei Die Rechte behaupteten, „das Volk“ zu sein. Etwa 500 Gegendemonstranten sprachen ihnen aber erfolgreich ab, für die Mehrheit im Land zu sprechen. Eine Außenwirkung konnten die aggressiv auftretenden Rassisten so nicht erzielen.

Es war das übliche Spielchen. Die Neonazis vom Nürnberger Kreisverband der Rechten zeigten kurzfristig eine Kundgebung für den vergangenen Mittwoch an. Während die demokratische Stadtgesellschaft nun ihrerseits begann, Menschen zu informieren, versuchte es die Stadt Nürnberg mit einer Verlegung der Versammlung, weg von der von den Neonazis anvisierten bekannten Lorenzkirche mitten in der Nürnberger Innenstadt. Das Verwaltungsgericht Ansbach bestätigte den mit Rücksicht auf den dortigen Markt getroffenen Umzug der Kundgebung. Der von den Rechtsextremisten angerufene Verwaltungsgerichtshof kippte die Anordnung kurz vor Beginn wieder. Im Ergebnis durften die Neonazis nun ihre Versammlung 20 Meter Richtung Portal verlagern, wie die Nürnberger Nachrichten schrieben.

Die Situation vor Ort gab dann aber der Stadt Nürnberg irgendwie Recht. Die etwa 500 Gegendemonstranten, die dem Aufruf der Allianz gegen Rechtsextremismus und von Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly gefolgt waren, mussten sich zwischen die Marktstände drängen, damit die Polizei ihren Sicherheitspuffer zwischen den beiden Veranstaltungen realisieren konnte. Der übliche und unbeteiligte Fußgängerverkehr war somit schwer beeinträchtigt, schrieb die Zeitung weiter.

Wenig Aufmerksamkeit während der Rede

Keinerlei Außenwirkung und gelangweilte Neonazis

Nach den fast schon üblichen Problemen, die die Neonazis mit ihren Lautsprecheranlagen hatten, begann die übliche Hetze gegen Flüchtlinge. Zu Wort kamen mehrere Redner, darunter der süddeutsche Multiaktivist Roland Wuttke und der aus Sachsen angereiste und vorbestrafte Alexander Kurth, der den sächsischen Landesverband der Partei Die Rechte führt. Vermutlich, weil sie selbst die Inhalte nicht verstehen konnten, folgten die übrigen rechten Teilnehmer den Ausführungen alles andere als aufmerksam. Die Veranstaltung endete gegen 20 Uhr.

Während die Polizei in ihrer ersten Pressemitteilung abgesehen von wenigen Tomatenwürfen und gegenseitigen Provokationen von einem ruhigen Abend sprach, konnte ENDSTATION RECHTS.Bayern auf Seiten der Neonazis einen möglichen Hitlergruß und eine möglicherweise verbotene Tätowierung dokumentieren. Das Material der Einsatzkräfte werde diesbezüglich noch ausgewertet, hieß es von Seiten der Pressestelle auf Anfrage.