Die RechteRosenheim blockiert erneut Neonazis auf Kundgebungstour

Umstellte Neonazis in Rosenheim

Während sich am Samstag viele Augen auf Hamburg richteten, führte die Neonazi-Partei Die Rechte in Rosenheim und Bad Aibling eine Kundgebungstour durch. Mehrere hundert Gegendemonstranten verhinderten eine größere Außendarstellung und blockierten den für die letzte Versammlung vorgesehenen Platz.

Peter Meidl, stellvertretender Kreisvorsitzender der Neonazi-Partei Die Rechte Rosenheim, hatte schon vor längerer Zeit dafür geworben, die lange Strecke bis nach Hamburg zum „Tag der Patrioten“ zu fahren. Das selbst vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe bestätigte Verbot der Veranstaltung machte dem reisefreudigen Kader und anderen bayerischen Neonazis, etwa aus Bamberg und Weiden, jedoch einen Strich durch die Rechnung. Für die Überzeugungstäter der Rechten war das aber kein Grund zum Innehalten. In Bamberg und auch Rosenheim wurden kurzfristig Versammlungen angesetzt. In Oberfranken wurden diese verboten, die Anmelder klagten nicht gegen die Verfügung. Wenige Neonazis, darunter der Aktivist Andreas G., sollen sich „privat“ am Bahnhof eingefunden haben. 150 Neonazi-Gegner beteiligten sich laut Medienberichten dennoch an einer Gegenkundgebung. Wolfgang Metzner (SPD), Dritter Bürgermeister der Stadt Bamberg, forderte, „Rechtsextreme sollten keinen Schritt machen dürfen, ohne dass sie von der Gesellschaft in die Schranken gewiesen werden.»

Nur acht Neonazis auf Tour im Chiemgau

Ebenfalls kurzfristig bekannt wurde das Ansinnen der oberbayerischen Rechten. Nur zwei Wochen nach der erfolgreichen Blockade ihrer Demonstration sollte es erneut in den Raum Rosenheim gehen. Für die Organisation von Gegenaktivitäten blieb den Bürgern vor Ort nur etwa ein Tag Zeit. Dennoch beteiligten sich wieder mehrere hundert Menschen am Protest gegen den braunen Spuk. Auf der Gegenseite fanden sich lediglich acht Kader und Anhänger der Neonazi-Partei ein. Nach Informationen von Rosenheim24 behinderten dreihundert Gegendemonstranten in Bad Aibling die Weiterfahrt der beiden Autos, mit denen die Neonazis unterwegs waren. Die Blockade wurde von der Polizei geräumt. In Rosenheim kam der versprengte rechte Trupp um den vorbestraften Landesvorsitzenden Philipp Hasselbach noch in der Münchener Straße zusammen. Die nächste Station, der Max-Josefs-Platz, fiel dann ins Wasser. Eine Blockade verhinderte dort die rechte Versammlung. Etwa 500 bis 600 Menschen beteiligten sich laut „Rosenheim Nazifrei“ an der Aktion.

Gegendemonstranten am Ort der letzten Kundgebung in Raubling. Foto: Rosenheim Nazifrei

Spontane Kundgebung vor leerer Flüchtlingsunterkunft

Die Rechte Rosenheim sprach auf ihrer Facebook-Seite von einem polizeilichen Notstand. Auf eine weitere Kundgebung wollten sie aber offenbar nicht verzichten. Es zog sie weiter nach Raubling, wo eine spontane Versammlung angemeldet wurde. Direkt vor einer „Flüchtlingsunterkunft“ hieß es im ihrem Bericht. Während sich die Rechten auf ihrer Facebook-Seite für ihre „flexible Reaktion“ selbst lobten, verschwiegen sie ihren Lesern, dass es dort wohl ziemlich einsam war. Der Grund: Die Unterkunft war am Tag zuvor aufgelöst worden. Flüchtlinge waren nicht mehr vor Ort. Lang kann auch die dortige Kundgebung nicht gewesen sein. Gegen 18.30 Uhr fanden Gegendemonstranten dort keine rechten Teilnehmer mehr vor, wie Rosenheim Nazifrei
vermelden konnte. Die Aktivisten ließen es sich nach dem erfolgreichen Tag nicht nehmen, vor der ehemaligen Unterkunft ebenfalls für ein Erinnerungsfoto zu posieren.