Der Dritte Weg / Die Rechte / NPDGroßartige Zeichen der Solidarität gegen braune Hetze in Nürnberg, Niederbayern und München

Nürnberg: Etwa 500 Gegendemonstranten gegen am Ende etwa 20 Neonazis
Nürnberg: Etwa 500 Gegendemonstranten gegen am Ende etwa 20 Neonazis

Mehrere neonazistische Gruppen aus Bayern nutzten den Samstag für Aufmärsche. Im Landkreis Regen und der Landeshauptstadt ging es direkt gegen eine Flüchtlingsunterkunft, in Nürnberg gegen die demokratischen Parteien. Überall stellen sich ihnen eine deutlich größere Anzahl an Gegendemonstranten entgegen.

Mehr als 500 Personen, darunter die Oberbürgermeister der Städte Nürnberg und Fürth, Renate Schmidt, Bundesministerin a. D., Natascha Kohnen, Generalsekretärin der BayernSPD sowie weitere Landtags- und Bundestagsabgeordnete und Mitglieder der Stadtvertretungen stellten sich am Sonnabend symbolisch schützend vor das SPD-Haus und den dort aufmarschierten Rechten entgegen. Aufgerufen dazu hatten landesweit alle demokratischen Parteien.

Unterstützt wurde die Kundgebung spontan von Musikern der Deutschen Orchestervereinigung. Als RednerInnen sprachen die Bundestagsabgeordnete Gabriela Heinrich, stellvertretende Vorsitzende der SPD Nürnberg und ihr Kollege Carsten Träger, Vorsitzender der SPD in Mittelfranken, Daniel Arnold, Kreisvorsitzender der Grünen, Ulli Schneeweiß für das Bündnis Nazistopp und Stephan Doll, Vorsitzender der Allianz gegen Rechtsextremismus.

In ihren Reden machten sie deutlich, dass es in Nürnberg, der Stadt der Menschenrechte, keinen Platz für Neonazis, für rassistische und demokratiefeindliche Hetze gibt. Bei den etwa 20 Neonazis waren neben Rainer Biller, der wegen der Verunglimpfung der Opfer des NSU vor Gericht stand und verurteilt wurde, mindestens drei Personen anwesend, denen die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen wird und mindestens ein Anhänger der in der vergangenen Woche verbotenen Weisse Wölfe Terrorcrew.

Die Reden der Ex-NPD-Funktionärin Sigrid Schüßler und des BIA-Stadtrates aus München Karl Richter, in denen sie ein Verbot von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und „linker Gewerkschaften“ forderten, gingen dann in einem ohrenbetäubenden Lärm unter.

400 Bürgerinnen und Bürger gegen den Dritten Weg in Arnbruck

Nach der bitteren Enttäuschung bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, bei der die Neonazis aus den Reihen der Partei Der Dritte Weg nur auf 0,1 Prozent der Stimmen kamen, setzte der „Stützpunkt Ostbayern“ wieder auf den Kampf um die Straße. Etwa 40 Anhänger aus ganz Bayern versammelten sich in Arnbruck im niederbayerischen Landkreis Regen. Laut Bayerischem Rundfunk planten sie zunächst eine Aktion direkt vor der Flüchtlingsunterkunft, bei der das Haus umstellt und die Flüchtlinge mit Trommeln eingeschüchtert werden sollten. Die Behörden verlegten die Versammlung jedoch auf den Dorfplatz. Angeführt von der Teisnacher Bürgermeisterin Rita Röhrl (SPD) kamen etwa 400 Menschen zur Gegenkundgebung. Auch Landrat Michael Adam nahm als Privatperson an dem Protest teil, ebenso der niederbayerische Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich, die Grünen-Abgeordnete Rosi Steinberger sowie etliche Bürgermeister. Unter den Rednern beim Dritten Weg befand sich der verurteilte Rechtsterrorist Karl Heinz Statzberger. Etwa 20 Personen aus den Zuhörern sollen sich den Neonazis bei deren Demonstration durch den Ort angeschlossen haben. Der Dritte Weg sprach selbst von 100 Anhängern vor Ort.

NPD mit fünf Personen unterwegs

In München startete die NPD unter ihrer Kreisvorsitzenden Renate Werlberger zu einer Tour im Stadtteil Laim. Auch hier war die Unterbringung von
Flüchtlingen Thema. Es sprach der ehemalige Funktionär der Partei Die Rechte, Peter Meidl. An allen Orten demonstrierten viele Gegendemonstranten gegen die fünf Teilnehmer auf Seiten der NPD.

Bilder aus Nürnberg. Mehr beim Arbeitskreis der Nürnberger SPD gegen Rechts.

  • Nürnberg: Etwa 500 Gegendemonstranten gegen am Ende etwa 20 Neonazis
  • Die Nürnberger SPD-Zentrale mit eindeutigen Botschaften Richtung Nügida
  • 2016-03-19 Die Rechte Nürnberg (2 von 34)
  • Gedenkstele für die im NS-Regime ermordeten Nürnberger Sozialdemokraten
  • Blick auf die Veranstaltung vor dem KBZ
  • Blick auf die Veranstaltung vor dem KBZ
  • 2016-03-19 Die Rechte Nürnberg (11 von 34)
  • Ulli Schneeweiß für das Bündnis Nazistopp
  • Banner der Jusos Nürnberg
  • 2016-03-19 Die Rechte Nürnberg (15 von 34)
  • 2016-03-19 Die Rechte Nürnberg (17 von 34)
  • Renate Schmidt, Bundesministerin a.D.
  • Die Rechte mit Unterstützung aus den Reihen der NPD
  • Blick auf die Neonazis, wurden später noch etwas mehr
  • Blick auf die Gegendemonstranten