Nürnberger ProzesseNürnberg: Glorifizierung der NS-Hauptkriegsverbrecher im Protest untergegangen

Protest gegen die Glorifizierung von NS-Verbrechern

70 Jahre nachdem die überlebende Führungsspitze des NS-Regime hingerichtet wurde, versuchten sich etwa 20 Neonazis um Roland Wuttke an einem „Heldengedenken“.

Für manche Neonazi-Gegner aus Mittelfranken war es die dritte Demonstration in drei Tagen. Nach Pegida Nürnberg und der Partei III.Weg, die jeweils in Fürth aufmarschieren, ging es am Sonntag vor die Nürnberger Lorenzkirche im Herzen der Altstadt.

Der extrem rechte Multifunktionär Roland Wuttke hatte für den Tag, an dem 1946 die verurteilten Hauptkriegsverbrecher hingerichtet worden waren, eine Versammlung angemeldet. Die ursprünglich angedachten Fackeln untersagten die Behörden. Plakate oder Banner, die an die Personen erinnerten, gab es nicht.
Wuttke ist einer der wenigen Akteure, der im Prinzip mit allen extrem rechten Organisationen im Freistaat „kann“.

Viel Gegenprotest an der Lorenzkirche

Erst am Freitag hatte er zusammen mit Karl Richter und der Münchner NPD-Vorsitzenden Renate Werlberger vor dem US-Konsulat in der bayerischen Hauptstadt eine Mahnwache abgehalten. Der junge Teilnehmerkreis am Sonntag rekrutierte sich weitgehend aus Anhängern der Partei Die Rechte um Rainer Biller und Thomas Rohr. Mit Heidrich Klenhart erschien der Vorsitzende der NPD Oberpfalz, mit Edda Schmidt die frühere Vorsitzende der NPD-Frauenorganisation. Auch einige ältere Personen die fast noch aus der „Erlebnisgeneration“ stammen konnten, beteiligten sich.

Rainer Biller kümmert sich um die fehlerhafte Lautsprecherbox

Inhaltlich war von der Veranstaltung nichts zu vernehmen. Das lag zum Einen an den mehreren hundert Gegendemonstranten, zum anderen an der fehlerhaften Anlage der Neonazis. Als diese endgültig versagte, soll die Polizei den Betrieb von Megafonen und Lautsprechern auf Seiten der Neonazi-Gegner untersagt haben. Um 18.00 Uhr beendete Wuttke die Versammlung.